Die vorstehende Erntestatistik zeigt neben einem fast allgemeinen
absoluten Rückgang (mit einer Ausnahme) bei allen
Zerealien und Hackfrüchten, also bei allen Feldfrüchten, die
im Anbau eine gewisse Betriebsintensität brauchen, für das
Nachkriegsjahr 1926, im Vergleich zu der Vorkriegszeit, vor
allem einen Rückschritt der Erträge pro Hektar, worauf
es für die gesuchte Feststellung natürlich besonders ankommt.
Der Acker liefert also schlechtere, geringere Erträge als vor
dem Kriege, er ist verarmt. Eine Ausnahme in den Ertragsergebnissen
macht allein der Hafer, der pro ha zugenommen hat,
was aber kaum etwas gegen die Annahme einer Verschlechterung
der Gesamtstruktur der rheinischen Landwirtschaft
beweist, da Hafer bekanntlich auch auf abgebautes Land
mit nicht ungünstigem Erfolg angebaut werden kann, da er die
relativ geringsten Ansprüche an den MNährgehalt des
Bodens stellt, und das Letzte aus ihm herausholt,
Man könnte nun unserer Beweisführung entgegen halten, daß
ein Nachkriegsjahr (1926) bei einer vergleichsweisen Gegenüberstellung
gegenüber der Vorkriegszeit nichts beweise. Indessen
auch ein Vergleich der früheren Ernteresultate mit dem Durchschnitt
durch mehrere Nachkriegsjahre führt zu demselben Ergebnis,
nur mit dem Unterschied, daß im Durchschnitt dann
auch die Hafererträge gegenüber dem Vorkriegsdurchschnitt
zurückbleiben. Es wurden geerntet im Durchschnitt pro Hektar
1922/26 (wobei wir in Klammern hinter den Ziffern für 1922/26
den Erntedurchschnitt der letzten Vorkriegsjahre 1909/13
wiederholen):
Erntedurchschnitt 1922/26 bzw. () 1909/13 pro Hektar — Rheinprovinz:
Winterweizen . 20,3 (23,4) Kartoffeln . , . 137 (141,5)
Roggen. 17,7 (20,9) Zuckerrüben. . , 274 (308,9)
Gerste . 17,5 (20,9) Runkelrüben. , . 398,3 (444,2)
Hafer 18,8 (20,5)
Wir haben also mit 1926 vorher noch ein verhältnismäßig
günstiges Nachkriegserntejahr herausgegriffen, wozu wir uns deshalb
veranlaßt sahen, weil wir neben der Durchschnittsstatistik,
die das am Rhein anormale Jahr 1923 (passiver Widerstand)
mit umschließt, auch ein „Normaljahr” der Nachkriegszeit zum
Vergleich heranziehen wollten. Endlich sei noch nebenbei bemerkt,
daß auch die Durchschnittserträge der Kleeäcker, die
gleichfalls feldmäßigen Anbau fordern, hinter dem Durchschnittsertrag
der letzten Vorkriegsjahre zurückgeblieben sind.
Kleeheu wurden geerntet im Durchschnitt der Jahre 1909/13
52,0 dz pro Hektar und im Durchschnitt der Jahre 1922/26
46,1 dz pro Hektar,