ziehen bei einem Vergleich der Ergebnisse der Viehzählungen
vor und nach dem Kriege. Sodann läßt sich,
wie uns scheint, ein besonders einprägsames Bild der ungünstigen
Lage der Landwirtschaft aus der Entwicklung der
ländlichen Verschuldung vor und nach dem Kriege gewinnen,
und auch hierüber wollen wir den Versuch eines Nachweises
mit zahlenmäßigen Unterlagen unternehmen. Es wären
endlich noch — sonst statistisch vielfach angewandte — sichere
Zeichen sehr ungünstiger landwirtschaftlicher Verhältnisse,
Betriebsstillegungen, die durch ein erhebliches Einschrumpfen
der Anbaufläche im ganzen sinnfällig werden. Die
Statistik zeigt nun in dieser Richtung im Rheinland allerdings
keine wesentlichen Veränderungen, Aber mit Rücksicht auf
den besonderen Charakter der rheinischen Landwirtschaft, den
wir als einen weit überwiegend rein bäuerlichen kennengelernt
haben, lassen sich in unserem Falle zwingende Schlüsse
im günstigen Sinne hieraus nicht ziehen. Bei landwirtschaftlichen
Großbetrieben muß sich allerdings die ökonomische
Notlage im Verzicht auf die Fortführung der Wirtschaft zeigen
und in der Zwischenzeit bis zum Zusammenbruch dann in Zunahme
des Brachliegenlassens der Felder. Wenn der Gutsbesitzer
die Löhne der Gutsarbeiter nicht mehr bezahlen kann,
muß er mit dem Betriebe aufhören oder ihn einschränken, und
das zeigt sich in der Statistik durch Verringerung der Anbaufläche,
Aber für den Kleinbetrieb, der nur mit eigenen
Arbeitskräften ohne Barlohn die Bestellung leistet, besteht
dieser Zwang in der Regel noch nicht. Der Betriebswirt kann
trotz der Notlage den Betrieb lange fortführen, der ökonomische
Mißerfolg wirkt sich vielmehr aus in einer starken Einschränkung
derLebenshaltung für ihn und seineFamilie, und in einerweiteren
Auspowerung des Bodens. Wenden wir uns also zu den
Aufstellungen, die Beweiskraft für die rheinis che Landwirtschaft
haben, und zwar zuerst zu den Ergebnissen der Erntestatistik.
1909/13
1926
Weizen: pro ha
2122626 23,4
1 853 803 18,3
Roggen:
4 968 992
3410 626
pro ha
20,9
16,4
1909/13
1926
Gerste:
582 392 20,9
793 410 19,6
Hafer:
4 924 362 20,5
4858 448 21,4
Kartoffeln:
1909/13 21 614 090 141,5
1926 16 720 281 114,4
Runkelrüben:
1909/13 12 459 212 444,2 (Anbaufläche 28 048 ha)
1926 23 531 475 408,5 ( a 57604 „)
Zuckerrüben:
6 556 212 308,9
6 348 328 274,8
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