bau im Ahrtal auswirken mußte. Der Zollschutz des Rotweines
ist um 13 M, geringer als der des Weißweines, Die
Folge davon zeigt sich darin, daß nach der Reichsstatistik von
der Gesamteinfuhr an Wein nach Deutschland im Jahre 1926,
die 695-456 dz betrug, nicht weniger als 349948 dz auf Rotwein
entfallen. Nach dem Ergebnis des Jahres 1927 hat sich
dieses Verhältnis weiter außerordentlich stark zuungunsten des
heimischen Rotweines verschoben. Von der Gesamteinfuhr
nach Deutschland in Höhe von 1359 859 dz entfallen allein auf
Rotwein 813912 dz, also eine Steigerung um mehr als das
Doppelte des Vorjahres. Es ist aber nicht allein die zollpolitische
Möglichkeit einer noch billigeren Einfuhr von Rotweinen
aus dem Ausland als die von Weißwein, die den Ahrweinbau
noch stärker zurückgedrängt hat als die Weißweinlagen.
Es kommt noch verschärfend hinzu, daß die Geschmacksrichtung
der Weintrinker in Deutschland,
wenn sie deutschen Wein trinken wollen, sich überwiegend
den deutschen Weiß weinen zuwendet, Mode und
Geschmack, von denen wir eingangs sagten, daß sie den Rheinund
besonders den Moselweinen zu ihrem Aufschwunge verholfen
haben, und die sie immer noch stützen und mit
poetischem Zauber für viele umgeben, sie sind gerade den
Ahrrotweinen kaum jemals zugute gekommen, Dies sind die
besonderen Gründe gewesen, welche den Rotweinbau in
Preußen auf die kleine Fläche von 818 ha haben zusammenschrumpfen
lassen, dem im eigenen Lande der Weißweinbau
heute mit einer neunfachen flächenmäßigen Überlegenheit
gegenübersteht. Die Zunahme der rheinischen Rebfläche,
die trotz allen Rückganges sich bei einer Berechnung seit
dem Beginn der Statistik im Jahre 1878 noch auf 1843 ha
gehalten hat, übertrifft die gesamte überhaupt noch vorhandene
Rotweinfläche um mehr als das Doppelte,
Prüft man nach all dem, was wir erfahren haben, das gesamte
Problem des Weinbaues in den preußischen Grenzprovinzen
grundsätzlich als ein allgemein volkswirtschaftliches,
so muß von der Tatsache als einer unabänderlichen ausgegangen
werden, daß der rheinische Weinbau nun einmal
klimatisch (und auch sonst) benachteiligt ist. Fallen die Preise
unter eine bestimmte Grenze, so ist er eben überhaupt nicht
mehr lebensfähig, Man muß sich also fragen, ob — und auch
grundsätzliche Freihändler müssen sich nur so fragen, — das
Absinken des rheinischen Weinbaues von seiner jetzigen
Höhe, die mit unendlichem Aufwand an Fleiß, Arbeit, Kapital
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