schaffen wurde, Frankreich, Belgien und Polen wurden ihm in
weitem Maße verschlossen durch die Inflation und auch durch
die gefühlsmäßige nationale Ablehnung des Genusses deutschen
Weines, Das Saargebiet, Danzig und Luxemburg wurden
erschwert zu beliefern durch ihr Ausscheiden aus dem deutschen
Wirtschaftsgebiet; bei der Tschechoslowakei und auch
bei Polen kam ferner die Höhe der Zollsätze absatzschädigend
hinzu. — In Außereuropa fehlte endlich zunächst fast generell
der ehedem so kaufkräftige Auslandsdeutsche, auf den man als
Liebhaber deutscher Weine früher hatte zählen können.
Das sind in Kürze die Gründe, die dem rheinischen Qualitätsweinbau
es schwer machen, die stolze Höhe zu behaupten,
die er vor dem Kriege auf dem Binnen- wie auf dem Weltmarkte
sich erstritten hatte. Sicher haben seine Schädigungen
auf unsere vorerwähnte verschlechterte Anbaustatistik ihren
Einfluß ausgeübt. Von gesamtwirtschaftlich viel weittragenderer
Bedeutung für unsere Grenzgebiete als diese Absatzschwierigkeiten
der vornehmen Spitzenweine ist aber das Schicksal
gewesen, welches die Konsumweine der kleinen und mittleren
Winzer in der Nachkriegszeit ereilt hat. Von der Menge ihres
Erzeugnisses wie von der Fläche ihres Rebenbestandes machen
die „Korkbrandweine“ ziffernmäßig nur einige wenige Prozent
aus, Die Edelweine bauen nur die wenigen großen Güter; der
mittlere und kleine Rhein- und Moselwinzer aber, der die
Masse bringt, ist eine wirtschaftlich durchaus schwache Schicht,
deren schwere Fron hart an der Grenze des Proletariats schon
in der Zeit des Vormärz Hermann Riehl in seinem „Land
und Leute” für den Rheingau anschaulich geschildert hat.
Die Verwertbarkeit der Erzeugnisse der mittleren und
kleinen Lagen an Rhein und Mosel steht und fällt damit, daß
ihnen der innerdeutsche Markt von der uneingeschränkten
Auslandskonkurrenz freigehalten wird, Die Erzeugungsbedingungen,
unter denen im Stromgebiet des Rheins Wein
produziert wird, sind klimatisch soviel ungünstiger und damit
teurer, als die weiter Teile des ausländischen Weinbaues, so daß
der einheimische Weinbau eine freie Konkurrenz ohne bestimmt
hohen Zollschutz mit ihnen nicht bestehen kann, weil diese ihn
sonst unbedingt im Preise unterbieten. Die geringen Erzeugungskosten
der südländischen Weine übersteigen durchaus
alle unsere wirtschaftlichen Vorstellungen von notwendigem
Betriebsaufwand. Weniges hierzu nur zwecks knapper
MNlustrierung,
Die Zeitungsnachrichten, daß der Traubenpreis beispielsweise
in Spanien zur Zeit der letzten Ernte nur 2 Pf. das Pfund
betragen habe, so daß die Regierung sich veranlaßt sah, den-A)