und im übrigen Preußen. Eine Vergleichung der Ergebnisse der
letzten Mosternte in Preußen zeigt, daß die ganz unverhältnismäßig
höheren Hektarerträge an Masse und Geldwert im
Mosel-, Saar- und Ruwergebiet erzielt werden. Letztere Gebiete
hatten einen Durchschnittsertrag von 28,1 Hektoliter im
Werte von. 3703 RM, pro Hektar aufzuweisen, demgegenüber
z.B. in Mitteldeutschland (Potsdam-Merseburg) der Ertrag des
gleichen Erntejahres sich nur pro Hektar auf 1,2 Hektoliter
mit dem geringen Werte von 92 RM, belief, — Aus der Tatsache
aber, daß in der Zeit vor dem Kriege der Weinbau in
seiner Entwicklung diesen seinen natürlichen Bedingungen gefolgt
ist, ergibt sich unzweifelhaft und besser, als jede andere
Statistik es dartun könnte, — seine damalige Rentabilität in
den erwähnten Grenzgebieten, die er aufsuchte. Eine unrentable
Kultur wird niemals eine Vermehrung der Anbaufläche
aufweisen, und das Prosperieren der örtlich speziellen Weinkultur
wird um so unzweifelhafter, wenn eine solche Vermehrung
sich dort allein im Gegensatz zu der Entwicklung im
ganzen übrigen Wirtschaftsgebiet vollzieht.
Dies war also die Vorkriegstendenz des Weinbaues
an Rhein, Mosel und Saar. Seitdem aber ist diese Aufwärts-
und Zunahmebewegung der drei erwähnten westlichen
Weinbaugebiete wie abgeschnitten. Von 1913 an haben
die Bezirke an Rebflächenumfang vielmehr abgenommen und
von der bis 1913 erzielten Zunahme von 2339 ha bereits
bis 1927 wieder 490 ha eingebüßt, d. h. mehr als ein Fünftel des
in einem Menschenalter in der Vorkriegszeit langsam erarbeiteten
Zuwachses ist inzwischen wieder verlorengegangen,
Bevor wir über die Gründe zu sprechen beginnen, sind zur Ergänzung
noch einige tatsächliche Angaben über eine weitere
eigenartige Umschichtung im rheinischen Weinbau von Interesse,
nämlich die im Rotweinbau. Der deutsche Rotweinbau
ist seit 1908 in fast allen seinen Gebieten also auch am Rhein
ständig im Rückgang. Seit 1918 verstärkt sich der Rückgang,
und zwar beträgt die Gesamteinbuße 1409 ha, Im preußischen
Ahrgebiet aber, das uns hier als das Rotweingebiet an der
preußischen Westgrenze besonders zu beschäftigen hat, ist dieser
Rückgang am höchsten und übertrifft relativ den aller anderen
Gebiete, Er beträgt dort 36,7 v. H. der Anbaufläche überhaupt;
es ist also über ein Drittel der Ahrrotweinfläche verschwunden.
Dieser Rückgang des westlichen Rotweins ist aber auch ein sehr
viel größerer als der gleichzeitige Nachkriegsrückgang in den
Weißweingebieten der drei westlichen Regierungsbezirke,
denen im ganzen immer noch, auch nach Abzug der Nachkriegsverminderung,
von der Zeit des Beginnes der preußischen
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