Full text : Die Wirtschaftsnöte des Westens durch Kriegsausgang und Grenzziehung

Goldmark verzehrten diesmal 14 v,H. oder ein Siebentel der
vierten deutschen Jahresleistung.
Über die derzeitig (1. September 1928 bis 31, August 1929) laufende
Fünfte Jahreszahlung Deutschlands veröffentlicht der Bericht des
Reparationsagenten naturgemäß bisher nur einen annähernden Voranschlag,
 der aber doch keine fundamentalen Abänderungen
mehr zu gewärtigen hat, da er bezüglich der Aufwendungen für die
Rheinlandbesetzung auf den Voranmeldungen der Besatzungsmächte
selbst beruht. In diesem Zeitabschnitt erreicht die deutsche Annuität
 bekanntlich ihre dauernde Normalhöhe; es ist daher besonders
 bemerkenswert, ein wie großer Anteil von ihr voraussichtlich
 wird von den Besatzungskosten verbraucht werden:
Es sind vorgesehen (in Tausend Goldmark) an Besatzungskosten:
Rückstände Laufende Kosten
1. Frankreich............. 17100 95 098
2. Britisches Reich..... ‚ 12900 19 620
3. Belgien......0.0...0... + * 146
4. Amerika...- # MER Bm

55.000
Insgesamt 85 000
Kosten der interallierten Kommissionen ..

126 059

— 211 059
10 885
Summe 221 894

Diese rund 222 Millionen Goldmark erreichen von der deutschen
Normalzahlung aus dem Dawesplan in Höhe von 2500 Millionen immer
noch einen Hundertsatz von 8,9 v, H., oder ein Elftel der normalen und
dauernden Annuität Deutschlands wird bei dem gegenwärtigen Status
der Besatzungslast für deren Bezahlung verbraucht,
Wir möchten als Folgerung aus diesem Spiel riesiger Zahlen nur
einen kurzen Schlußsatz ziehen: Nur schwer ist es begreiflich, daß
in einer Zeit des höchstgesteigerten wirtschaftlichen Wettbewerbs, von
dem der Inhalt dieses Buches erzählte, die wirtschaftliche Vernunft
nicht längst durch eine fortschreitende Räumung eine Herabsetzung
der Kosten für die Besatzung zwecks wesentlicher Entlastung der
Annuitäten von unproduktiven Belastungen erzwungen hat.

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