hat, auf die Textilindustrie (Uniformtuche von Euskirchen),
auf den Weinabsatz, auf den Lederhandel, und wir werden
nach Abzug derfeindlichen Besatzung sehen in vollem
Gegensatz zu der heutigen Lage des durch sie gesteigerten
Wohnungsmangels, wie es sich weiter auswirken wird auf
dem rheinischen Wohnungsmarkt, und zwar durch die
Entwertung des Hausbesitzes in den ehemals
deutschen Garnisonstädten, ebenso wie die Entmilitarisierung
heute schon in der allgemeinen Wirtschaftslage des Handwerks
und Kleinhandels am Rhein sich auswirkt, dem wertvolle
Käuferschichten von ehedem fehlen. Wirtschaftliche Auswirkungen
im Rheinland aus politischen Ursachen
schreiben sich endlich auch her von der bestehenden feindlichen
Besatzung; auf sie werden wir indessen in diesem Schlußwort
noch gesondert zurückkommen.
5, Verluste erlitt das rheinische Exportgewerbe weiter
durch das ausländische Valutadumping. Die französische
und belgische Exportwirtschaft, eine Konkurrentin der
rheinischen, da sie in vielem der rheinischen verwandte
Produktionsziele verfolgt, wurde angefacht und begünstigt
durch die Exportprämie einer nicht allzu übermäßigen Inflation,
und zwar gerade in der Zeit, als die rheinische
Wirtschaft mit den Schwierigkeiten der Stabilisierungskrise
und der durch sie bedingten Kreditrestriktion rang.
— Hier möchten wir nur an zwei Beispiele erinnern, An
das Eindringen billiger französischer Weine durch das Loch
im Westen, wobei sich dieses Valutadumping auf dem rechtsrheinischen
und auf dem linksrheinischen Weinmarkte als Konkurrenz
mit den Weinen des Rheinlandes vor allem zum
Schaden des Ahrweines ausgewirkt hat. Und sodann an die
Konkurrenzverschärfung, die der rheinische Schaumwein
erfuhr, als französische Sekte auf dem Exportmarkt billiger angeboten
wurden.
6. Der verschärfte Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit
brachte es mit sich, daß alle Wirtschaftskreise der Entwicklung
des Frachtenwesens weit größere Beachtung als vor dem
Kriege schenken müssen, In wie besonderem Maße aber dies
für das Rheinland der Fall ist, haben wir an vielfachen Belegen
zu zeigen versucht, Mehr als zuvor ist das Rheinland Grenzland
geworden. Wir erinnern daran, daß wir bewiesen, daß
es das Gros seiner verarbeiteten Wirtschaftsüberschüsse heute
nach dem weiteren Deutschland verfrachtet und von dort seine
Betriebs- und Ergänzungsstoffe herbezieht. Es ist seine Lage
also nicht vergleichbar mit der eines zentral innerhalb des
deutschen Wirtschaftsgebietes belegenen Wirtschaftskörpers.
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