Völklinger Hütte A,-G. im Besitz der Firma Röchling. Im
Lothringen erbaute diese Firma 1889 die Karlshütte bei Diedenhofen,
und ferner erwarb auch sie in Lothringen eine Eisenerzgrube
bei Algringen, — 1597 wird ein Eisenwerk in
Neunkirchen erwähnt, es ist das spätere Werk der Gebr.
Stumm A.-G. mit heute 7000 Arbeitern {für Formeisen,
Eisenbahnbaumaterial und Rundeisen, 1891 erbaute auch sie sich
zur Ergänzung ihres Werkes in Lothringen die Ueckinger Hütte.
— Nahe bei Saarbrücken ist zu erwähnen die Halber ger
Hütte mit 4500 Arbeitern, die ebenfalls mehrere hundert
Jahre alt ist, auch sie gliederte sich in Algringen in Lothringer
eine Erzgrube, die Gewerkschaft Moltke an. In Saarbrücken
selbst ist das bedeutendste Eisenwerk die Burbacher
Hütte, eine rein deutsche Gründung, die 1871
in Verbindung mit der Firma Metz u. Co. im Iuxemburgischen
Erzgebiet sich ein Hochofenwerk in Esch a. d.
Alzette gründete, von welcher Verbindung her heute die Firma
Vereinigte Hütten- und Stahlwerke Burbach — Esch-Düdeldingen
— Arbed in Luxemburg — angenommen wurde. Aus
der Saarpfalz bedürfen der Erwähnung zwei Werke, das
Eisenwerk in St, Ingbert, die St, Ingberter Hütte; ein Werk
mit 1450 Arbeitern, das sich in seinen Erzeugnissen von der
übrigen Eisenindustrie dadurch unterscheidet, daß es Bandeisen,
Draht und Drahtgeflechte herstellt. 1906 gliederte St.
Ingbert sich die Eisenwerke von Rümelin gen (Luxemburg}
und Oettingen an. Endlich liegt in der Saarpfalz noch das Ho mburger
Eisenwerk, wie das Neukirchener Werk Eigentum
bisher der Gebr. Stumm. Von den weiterverarbeitenden
Eisenwerken verdienen wegen ihrer besonderen Bedeutung bei
der Schlüsselindustrie schon Erwähnung die Mannesmann-Röhrenwerke
in Bous.
Überblickt man nun auf Grund dieser Angaben die Wirtschaftsgeschichte
der letzten 50 Jahre der saarländischen
schweren Eisenindustrie, so wird als das hervorstechendste
Merkmal folgendes deutlich: Nach der Angliederung Elsaß-Lothringens
greifen, wie manche Werke des Ruhrgebiets auch,
die großen saarländischen Eisenwerke alle nach dem erzreichen
Lothringen hinüber, und man kann sagen, der Ausbau der
lothringischen wie selbst der von Teilen der Luxemburger Erzindustrie
ist zum großen Teil ein saarländisches, deutsches Werk,
Eine völlige Veränderung erfuhr diese Wirtschaftsstruktur
durch den Friedensvertrag, der den Saarwerken zunächst als.
Momentanschädigung die Heereslieferungen entzog, sie dann aus
ihrem bisherigen Absatzgebiet ausgliederte und dauernd
ihren ganzen Aufbau völlig veränderte. Dies, das letztere, war