grenzgemeinden, auf die hingewiesen werden und die aufmerksam
verfolgt werden muß, und welche noch in etwa vermehrt
wird durch den Umstand, daß die dort auf dem linken Saarufer
durchlaufenden Eis e n b a h n e n Gr.-Rosseln—Emmersweiler—
Roßbrücken und weiter die nach Karlingen in der Hand der
elsaß-lothringischen Eisenbahnverwaltung sich befindet, die
Grenzdörfer des Saargebietes von einem prodeutschen Abstimmungsergebnis
also auch eine Erschwerung ihrer Verkehrsbeziehungen
befürchten könnten, wenn nicht in einem etwaigen
Grenzabkommen Ausnahmen getroffen werden würden (man
vergleiche die Karte des Waarndtgebietes)}.
Neben den Kohlenbergbau tritt als die nächste Schlüsselindustrie
im Saargebiet nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung
die Schwerindustrie, die sich auf ihm aufbaut, die
Eisenindustrie. Die Entwicklung ihrer Roheisenerzeugung
beruht auf der günstigen Frachtlage zu dem
ganz nahe benachbarten lothringischen Erzvorkommen neben den
einheimischen Steinkohlen. Über die Entwicklung der
Roheisenerzeugung, die derzeit in etwa 29 Hochöfen
mit 32000 Arbeitern (gegenüber 74000 Bergleuten) vor sich
geht, gibt im rohen nachstehende Statistik Aufschluß, soweit
die Ziffern uns erhältlich waren:
Eisenerzeugung
1878 , . 105000 t Roheisen 1923 ,
1910 . , 1200000 t "
1922 , 1154638 t +
981 336 t Thomasstahl
274278 t Martinstahl
6424 t Elektrostahl
Die höchste Kokserzeugung, die mit der Eisengewinnung
ja im Zusammenhang steht, wurde 1910 mit
1470000 t erzielt, 1922 betrug sie 253 120 t.
Wenn wir nun unser Interesse auf die einzelnen
wichtigsten Repräsentanten der Eisenindustrie hinwenden, so
erwähnen wir von den großen saarländischen Werken zunächst
als ältestes die Dillinger Hütte, Schon 1583 (!) wird dort
ein Hammerwerk erwähnt, die Gründung der heutigen Hütte
erfolgte 1802. — 1857 wird in ihr das erste gewalzte
Schwarzblech hergestellt und 1877 wird in ihr
die erste Schiffspanzerplatte gewalzt, deren Herstellung
ein Spezialarbeitsgebiet des Werkes wurde. 1886
schuf dies Werk sich eine eigene Hochofenanlage direkt beim
Erzvorkommen selbst zu Redingen in Lothringen. — 1873 wurde
gegründet die Völklinger Hütte, heute als Stahlwerk
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