wirtschaftlichen Niederschlag in der Grenzlandschaft des
Westens gefunden haben. AÄAngemessen erschien es indessen
wohl bei der Darlegung solcher allgemeinen Wirtschalftsprobleme,
sich auf das Notwendigste zum Verständnis der Zusammenhänge
zu beschränken.
Die grundsätzlichen Darlegungen über die neue
allgemeine Wirtschaftssituation des Rheinlandes finden
nun sachgemäß als Abschluß dieses Einführungsabschnittes
gleich hier in aller Kürze ihre Stelle: Der Kriegsausgans
hat den rheinischen Wirtschaftskörper verstümmelt. Der
an sich schon ungenügend ausgreifende und unentwickelte
„Linke Flügel“ wurde durch die Abtretungen weiter verkürzt.
Das Ausgreifenkönnen vom Wirtschaftszentrum, dem
Rhein, aus auch nach dem Westen hinüber, ist wenigstens
bis zu einem gewissen Grade aber eine ökonomische Notwendigkeit
für die ungemein dichtgeballten rheinischen Industriezentren;
nämlich für Leinen, Seide, Spinnereien, Webereien,
Steinkohle und Braunkohle, Eisen und Maschinenfabrikation,
sowie chemische Produkte, um nur die allerwichtigsten Sparten
zu streifen. Ferner die bisher sehr starke innere Verbundenheit
der rheinischen Schwerindustrie an der Ruhr nach Westen hin
mit der lothringischen, saarländischen und luxemburgischen
Urproduktion wurde durch den Friedensvertrag gewaltsam
getrennt, ein: ungemein schmerzlicher Umstellungs- und
Schrumpfungsprozeß war die Folge, den nichts so sehr illustriert
als die eine Tatsache, daß bereits Werke der rheinischen
Schwerindustrie — die sich die lothringisch-luxemburgische
einst aufgebaut. hatte — heute in Abhängigkeit von einem dort
sitzenden ausländischen Konzern geraten sind. Man denke hier
schon einen Augenblick an die Eingliederung des Eschweiler
Bergwerksvereins und „Rote Erde‘ in das Gefüge der „Arbed‘
(Luxemburg), von der der Überfremdung der Saarschwerindustrie
hier noch ganz zu schweigen.
Aber diese weitere Verkürzung des, wie betont, schon
immer zu kurzen wirtschaftlichen linken Flügels des Rheinlandes
wird nicht erschöpft mit den Gebietsverlusten durch die
neuen Grenzziehungen, andere Momente kommen hinzu. Dort
auf der Westseite ist Holland früher immer das natürliche
Hinterland für deutsche Produkte — Steine und deutsche
Kohlen von außerhalb seiner Grenze — gewesen, wir werden
hören, warum dies heute nicht mehr der Fall ist. Aber noch viel
weiter in den Westen hinein befanden sich für viele Erwerbszweige
ehemals die sicheren Absatzgebiete des Rheinlandes,
sie sind verloren. Verloren sind sie durch die neue Aus-HN