Full text : Die Wirtschaftsnöte des Westens durch Kriegsausgang und Grenzziehung

kurzen Zeit von 1920 bis 1924 750 Häuser mit 1560 Wohnungen,
also doppelt soviel als Preußen in der vierfachen Zeit; an dem
entscheidenden Zweck der preußischen Verwaltung, an der
Seßhaftmachung der Bergleute hat sie somit kein Interesse,
sondern nur an der Unterbringung, d. h. an der — wie man
jetzt auch französischerseits weiß — vorübergehenden
Unterbringung der von der französischen Bergwerksregie zu
den bergbaulichen Arbeiten herangezogenen landfremden
Elemente. Außerdem erbauten die Franzosen noch dreizehn
Französische Schulen für Kinder der Bergleute mit
86 Klassen und 14 hierzugehörige Wohnungen. Auch für diese
Art der sozialen Ertragsverwendung aus dem Gewinn des
bergbaulichen Betriebes wird ihnen die Bergknappenschaft kaum
besonderen Dank wissen. Die Statistik des Hundertsatzes der
Hauseigentümer unter den Bergleuten stellt sich wie folgt:
davon Haus- also seßhafte
Jahr Belegscheft eigentümer Landeigentümer
9347 40,0 v.H.
12328 41,8 ,,
15 369 Zi m
14 428 36.9

1875
1890
1900
1910
1925 77 746 22 801 30,8 v.H.,
Trotzdem der Vorzug der Frankenlöhnung in den deutschen
 Inflationsjahren unmittelbar nach 1919 doch den Bergleuten
 die Familiengründung und den eigenen Hausbau aus
zigenen Kräften sehr erleichterte, sehen wir 1925 zwar eine
absolute Zunahme, aber doch eine relative Abnahme des
seßhaften Arbeiterstammes, so daß die preußische Zeit durchaus
günstig abschneidet,
Führend war der preußische Bergfiskus vor dem Kriege aber
auch in seinen sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen
zum Nutzen der Bergleute.
Er unterstützte: Kleinkinderschulen, Industrie- und Haushaltungsschulen,
 Werkschulen und Fortbildungsschulen. Die
Unterstützung erfolgte in den verschiedensten Formen, seien
es Fahrtverbilligungen für die eine solche Schule besuchenden
 Bergmannskinder, seien es laufende Unterstützungen
an die Gemeinden, auf deren Etat die Schulen standen, oder
wie immer sonst. Alle diese Leistungen aber wurden von den
Franzosen nicht fortgesetzt, wozu sie auch formell berechtigt
waren, da sie nach dem Versailler Vertrag die Saargruben
„frei von Lasten‘ übernommen hatten. Ihre einschlägigen
sozialen Leistungen sind nur den erwähnten neueren französischen
 Bergwerksschulen zugute gekommen, die inner-23

 388
29 446
41 406
52 745
            
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