Full text : Die Wirtschaftsnöte des Westens durch Kriegsausgang und Grenzziehung

die Moselbahn nur den äußersten Rand streift; das wäre beispielsweise
 solch ein wirtschaftlich-propagandistisches Kartenbild,
 von dem wir eine ganz rohe Skizze vorstehend versucht
haben, — Dem ließe sich etwa ein weiteres Bild hinzufügen,
welches in einer Karte zeigte, welche die Höhenunterschiede
hervortreten ließe, daß der Hochwald wie ein eiserner Vorhang
 den Kreis Wadern, den die Saargebietsgrenze nach
Süden heute sperrt, hindert, sich nach Norden umzuorientieren,
Doch es möge dieses eine Kartenbeispiel genügen, um den Leser
auf die Möglichkeiten hinzuweisen, die einer Schrift sich bieten,
welche die Lücken auszufüllen sucht, die in den bisherigen Beiträgen
 zu den Problemen an der Westgrenze vielleicht noch
geblieben sind,

Eine besondere Ergänzung zu diesen als Gegenstand unserer
Schrift bezeichneten Fragen ist aber noch erforderlich. Es war
nicht angängig, sich ausschließlich auf die Wirkung von
Grenzziehung und Besatzung zu beschränken, denn auch eine
Reihe anderer Umstände haben auf die Wirtschaft im Westen
umgestaltend seit Kriegsende eingewirkt, und zwar so tiefgreifend
 und mit solcher Wucht, daß man an ihnen nicht vorbeigehen
 durfte, — Eine Schilderung, die sich auf Grenzziehungsfolgen
 und Besatzungslast als Ursachen der wirtsch+ftlichen
Veränderungen allein beschränkte, hätte ein falsches Bild
geben müssen und ist auch oftmals nicht möglich. Denn verschiedentlich
 ist es so, daß diese anderen Ursachen zwar das
Ausschlaggebende für den Zusammenbruch eines Wirtschaftszweiges
 im Rheinland gewesen sind, daß aber die Schädigungen
durch den Friedensvertrag und durch alles das, was ökonomisch
die Rheinlandbesatzung im Gefolge hatte, hier entweder eine
Vorarbeit geleistet hatten oder dem Erwerbszweige gleichsam
den Gnadenstoß gegeben haben, Es mußte also eine KEinbeziehung
 allgemeiner Gesichtspunkte in die Untersuchung
erfolgen, um vollen Einblick zu gewinnen,

Und dann noch ein Letztes: Das besetzte Gebiet im Westen
mit seiner verwundeten Grenze ist heute eine Zone erhöhten
Risikos; es ist eine Zone größerer Berührungsempfindlichkeit
geworden, Jeder Wirtschaftsstoß wirft es leichter aus seinem
ökonomischen Gleichgewicht, welches es kaum wiedergefunden
hat. Das mußte ebenso dargestellt werden, wie dieser Stoß
selbst. Gleich unser erster Abschnitt wird ein praktischer
Beleg sein für die Notwendigkeit dieser mehrseitigen Klärung.
Es war also auch insoweit nicht angängig, an den allgemeinen
 Wirtschaftsproblemen der Nachkriegszeit vorüberzugehen,
 als sie einen Niederschlag, einen besonders nuancierten
            
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