Folge der neuen Grenzziehung in den letzten Jahren eine
doppelte Verschlechterung ihrer Lage, einmal in unmittelbar
EÄnanzieller Hinsicht, nämlich in Form einer sich vollziehenden
Verschlechterung der Kaufkraft ihres Lohneinkommens, die
so weitreichend war, daß man fast von einer verschleierten
Enteignung ihrer Arbeitsleistungen sprechen konnte,
da den Lohnempfängern der Wiederbeschaffungspreis für ihre
Arbeitskraft nicht annähernd gezahlt wurde, und zum zweiten
erfuhren sie eine Verschlechterung ihres Sozialrechtes im
Vergleich mit dem Arbeitsrechte ihrer Berufsgenossen, die auf
reichsländischen Arbeitsstätten arbeiteten,
Die ersterwähnte Konsequenz ergab sich aus der Inflation
des Franken, in dessen Währung im Saargebiet auf Grund gesetzlichen
Zwanges von seiten der Saarregierungskommission
die Grenzgänger ihren Lohn erhielten; und ähnlich war die
Lage für Empfänger von belgisch-luxemburgischen Franken.
Wirtschaftswissenschaftlich gesehen, stellte sich die erwähnte
ökonomische Situation für die Grenzgänger dar als eine Folge
der bekannten Differenz zwischen der inneren und der äußeren
Kaufkraft des Inflationsgeldes, Der Arbeitslohn der Grenzgänger
wird bemessen entsprechend der höheren inneren
Kaufkraft des Inflationsfranken an der Arbeitsstätte, z.B. im
Saargebiet, wo er verdient wird, also im französischen
Währungsgebiet, und er deckte für die d or t lebenden Arbeiter,
wenn auch nur knapp, das Existenzminimum des Lohnempfängers,
Die Grenzgänger aber mußten mit den im iranzösischen
usw. Währungsgebiet verdienten Papierfranken im
Reichsmarklande, wo sie doch wohnen, wirtschaften,
von ihrer Verdienststätte aus gesehen also im Währungsauslande
leben, im Goldwährungslande, wo alle Lebensbedürfnisse
in Goldmark erzeugt werden, Sie mußten von der
äußeren Kaufkraft dieses Papierfranken leben, die viel geringer
war als seine innere, und dies konnten sie ebensowenig
wie ein Deutscher mit durchschnittlichen Einkommensverhältnissen
in der Zeit der Markinflation von seinem Papiermarkeinkommen
hätte in Holland oder der Schweiz leben
können,
Dies war die Lage, welche der Reichsregierung zu wiederholten
Unterstützungsaktionen zugunsten der Grenzgänger, insbesondere
der Saargänger, Veranlassung gab. Nach der
Stabilisierung des Franken ist der Reallohn der Grenzgänger
günstiger geworden, wenngleich die Verwüstungen, die jene
Zeit in den Budgets der betroffenen einzelnen Personen wie
in denen der öffentlichen Körperschaften in dem Grenzgebiete
anrichtete, noch heute fortwirken. Es ist indessen nicht
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