den niedrigen Frankenstand begünstigt, heute in das Verbreitungsgebiet
selbst der lokalen Presse des deutschen Grenzgebietes
die billigeren saarländischen Zeitungen eingedrungen.
Was die Getränkeindustrie anbetrifft, so hat selbst
das Brauereigewerbe Absatzgebiete jenseits der Saarzollgrenze
verloren und nicht wiedererlangen können, obgleich
ihm doch in gleicher Ware sehr bedeutende Aktienunternehmungen
in Merzig und Saarbrücken seit alters dort bodenständig
gegenüberstanden, davon erstere hart jenseits der
Saarzollgrenze. — Über die Absatzverhältnisse der Weinproduktion
der Rheinprovinz ins Saargebiet haben wir bereits
im ersten Kapitel berichtet. Ein Nebengewerbe, das sich dem
Weinbau angliedert, die Weinessigfabrikation, beklagt
durch die neue Grenzführung den Verlust von 25 vH.
ihres Absatzes.
Endlich die Metallwarenindustrie der Handelskammerbezirke
Trier und Koblenz; hier lagen die Verhältnisse
durchaus verschieden, Einige Firmen hatten auch in der Vorkriegszeit
keinen Absatz nach dem Saargebiet gehabt, was
sich ohne weiteres daraus erklärt, daß die Metallindustrie selbst
an der Saar außerordentlich zahlreich und vielseitig entwickelt
ist, so daß schon vor dem Friedensschluß von Firmen der
genau gleichen Spezialbranche außerhalb des Saargebiets
Lieferungen nach dort, die durch den Frachtzuschlag doch
teuerer geworden wären, nicht anzunehmen waren. Aus dem
Grenzbezirk Koblenz beklagt die Drahtwarenindustrie
(gezogene Eisendrähte) den Verlust eines Absatzgebietes
an der Saar ohne nähere ziffernmäßige Angaben. Die
Eisengießerei (Maschinenguß) und die Emaillierwerke
(Öfen, Herde, Töpferguß) des Koblenzer Bezirks dagegen
erklären durch ihre Verkaufsvereinigung, daß der
Fertigwarenabsatz nach dem Saargebiet von Haus- und
Küchengeräten hat beibehalten werden können. — Im Handelskammerbezirk
Trier werden von acht befragten Firmen der
Metallbranchen vier, welche schon in der Vorkriegszeit keine
Lieferungen nach dem Saargebiet hatten, umgekehrt in ihrem
Betriebs- und Werkstoffbezug aus dem Saargebiet (insbesondere
an Kohlen), durch die Abschnürung betroffen. Bei den vier
anderen Firmen, also bei 50 v.H, der befragten Betriebsleiter verschiedener
Spezialmetallbranchen, aber schwankten die Absatzverluste
doch zwischen 30 und 60 v. H,, ja einmal ging sogar der
Bßanze gewohnte Absatz (100 v. H.) verloren, Und es sind das nicht
nur Werke des direkt angrenzenden Hunsrückgebietes, sondern
gerade die Eifler Metallwarenfabrikation hat verloren und ist
tatsächlich in ihrem Kern getroffen. Die zusammenfassende