war erstaunlich die fast vollkommene Ausnahmslosigkeit
der Schädigung der benachbarten Industrie durch den
Ausfall des Saargebiets, wie auch ihr Umfang, der selbst bei
Gewerbezweigen zutage trat, von denen man hätte annehmen
sollen, daß sie bei dem Bestehen gleichartiger hochentwickelter
Betriebe im Saargebiet doch eigentlich auch früher keine
wesentlichen Lieferungsmöglichkeiten dorthin gehabt haben
könnten, — Wenn wir uns auch bei Vorführung des statistischen
Materials aus der Enquete auf die wichtigeren Gewerbezweige
beschränken müssen, so muß doch unsere Auswahl vielgestaltig
genug sein, um das Allgemeingültige der Tatbestände darzutun,
um darzutun, daß das Gewerbe der Grenzbezirke im
ganzen gelitten hat, um darzutun, was schlechthin die Saarzollgrenze
trotz des Saarzollabkommens für die Wirtschaft des
Mosel- und Nahegebietes bedeutet, Die Untersuchung hat die
räumlich überall in den zwei Kammerbezirken verteilten Firmen
berücksichtigt, nicht nur die unmittelbar an der Grenze gelegenen
Betriebe,
Beginnen wir, unter Anknüpfung an früher Gesagtes,
mit dem ältesten der dort bodenständigen Industriezweige —
mit der Lederindustrie, die wir im einzelnen ja schon erörtert
haben. Von zehn Gerbereien, welche die Enquete
umfaßte, hatte nur eine (keine ländliche) keinen Vorkriegsabsatz
nach dem Saargebiet. Der Prozentsatz der
Lieferungen (des Absatzes) der übrigen neun dorthin schwankte
zwischen 10 und 100 (!) v. H, ihrer Sohllederproduktion;
Lieferungen, die jetzt mit der Zollgrenze größtenteils aufgehört
haben, Für den Bezug der Werkstoffe (Eichenlohrinde)
waren ehedem sieben von diesen zehn Fabriken
mit auf das Saargebiet angewiesen, eine davon mit 80 v.H.
ihres Bedarfs, — Von sechs befragten Textilfabriken
lieferten die Hälfte zwischen 30 und 50 v. H. ihrer Erzeugung
vor der Errichtung der Zollgrenze in das Saargebiet,
zwei 10 v.H., nur eine hatte früher keinen Absatz
dorthin, Für den Bezug von Betriebsstoffen war umgekehrt
früher eine, und zwar eine moselländische Firma mit 20 v.H.
ihres Bedarfs auf das Saargebiet als ihr normales Bezugsgebiet
angewiesen. — Tabak: Die Erhebung umfaßte elf
Fabriken mit 435 Arbeitern. Mehr als die Hälfte derselben
haben ehedem 50 v.H. oder mehr ihrer Produktion nach dem
Saargebiet verkauft, die fünf anderen weniger beteiligten
lieferten immer noch zwischen 10 und 40 v.H. der Erzeugung
dorthin. Eine Firma hatte insbesondere für die Holzteile zu
ihren Zigarrenkisten ihr anteilsweises Bezugsgebiet ehedem aus
dem Saarbassin. Bezüglich der Rohstoffindustrie der Steine