etwa 60 mit rund 6000 PS sowie 14 Kähne mit 3400 t in Belgien
zurückbleiben und gingen so verloren. Besonders schmerzlich
war es hierbei, daß jahrelang mit diesen von den Belgiern gar
nicht benutzten Fahrzeugen die Häfen von Antwerpen und
Lüttich vollgestopft waren, während auf den westdeutschen
Kanälen nach ihnen dringender Bedarf war. Die Schiffe verwahrlosten
so, daß die belgische Regierung die Wracks nach
Deutschland als Schrott verkauft hat. — Über die Abtretungen
der Rheinschiffahrts flotte haben wir schon gehandelt, soweit
sie die direkte Abtretung einer bestimmten Schiffstonnage
an Frankreich vorschrieben. Die Schädigungen der deutschen
Schiffahrtsunternehmungen aber umfaßten auch noch andere
Objekte, Die Liquidationsbedingungen des Friedensvertrages
boten Frankreich und Belgien die Handhabe, die Nieder«-lassungen
dieser Unternehmungen in ihren Ländern, besonders
in Straßburg und Antwerpen, in ihren Besitz überzuführen,
Damit sollten einmal die alten Geschäftsbeziehungen
dieser Rheinschiffahrtsunternehmungen in den genannten
Ländern dauernd getroffen werden, aber auch reale Verluste
in weitem Umfange wurden ihnen so zugefügt. — Die von der
deutschen Firma Fendel in Straßburg gegründete Straßburger
Kanalschiffahrts-G. m. b. H. büßte mit der Niederlassung in
Straßburg auch 28 Kanalschiffe mit 7515 t£ Rauminhalt ein.
Die Vereinigten Spediteure und Schiffer Mannheims verloren
die 9 Schiffe ihrer Tochtergesellschaft der Elsässischen Schifffahrts-
und Speditionsgesellschaft m.b.H. In Belgien vermochten
die Farbenfabriken Bayer (Leverkusen) die für ihre
dortige Niederlassung in Schonaerde fahrenden Tank schiffe
nicht herauszubekommen. Die Flotten-Baugesellschaft verlor in
Belgien die 52 Schiffe mit 65 000 t ihrer dortigen Niederlassung.
Die bedeutsame, mit dem Fendelkonzern in Beziehung stehende
Güterdampferflotte des Lloyd-Rhenan, 28 Dampfer mit 14230 t
und 8200 PS, wurde liquidiert. Die Schiffe der Societe anonyme
Auviale in Antwerpen (40 Kähne mit etwa 50000 t) wurden
sogar, trotzdem ihr Schiffspark größtenteils in deutsche
Schiffsregister eingetragen war, noch nach der Okkupation aus
dem Rheinland gewaltsam von den Besatzungstruppen weggenommen
und nach Belgien überführt. Endlich, als letzte Aufzählung
in dieser Reihe der deutschen Schiffsverluste, nennen
wir die 13 Kähne, die vor Kriegsausbruch der englischen Firma
Fred. Drughorn Ltd, Co. gehört hatten, in Deutschland beschlagnahmt
worden waren und 1917 an die Rheinschiffahrtsgesellschaft
von 1917 m.b.H, durch den deutschen Sequester
verkauft wurden, Obgleich der Friedensvertrag in Art. 297 d
und g derartige Liquidationen gegenüber Staatsangehörigen
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