zustellen, ob dieselben kein Kriegsmaterial auf dem entmilitarisierten
Rhein verfrachten. Es ist aber zweifellos, daß
ihr wirklicher Zweck eine allerdings legale Schiffs- und Handelsspionage
darstellt, zu der der deutsche Kapitän die Angaben
machen muß, — Der Rhein bleibt durch diese ganzen Maßnahmen
in seiner Verkehrssicherheit beeinträchtigt und
wird in den wechselnden Zeiten der Besatzung je nach dem
Grade derKontrolltätigkeit von den Verfrachtern des unbesetzten
Gebietes gemieden. — Weiter: Kein Rheinschiff darf ohne Genehmigung
der C.I.N. C. auch heute noch vom Strome weg verkauft
werden, und jeder Rheinreeder muß in Monatsberichten
durch den deutschen Delegierten der C.L,N.C. die Fahrwege
seiner Schiffe wie die Ladung einreichen, alles das doch um
die legitime Industrie- und Handelsspionage zu erleichtern, und
zum Schaden für die Schiffahrt,
Wir möchten noch unsere geschichtliche Übersicht der
politischen schädigenden Einwirkungen auf die Rheinschiffahrt
vervollständigen, Nachdem schon die im Frühjahr 1921 im
Zusammenhang mit dem Londoner Ultimatum der Alliierten an
Deutschland eingerichteten Sanktionen durch Errichtung einer
Zollinie eine schwere Schädigung des Rheinverkehrs zwischen
besetzten und unbesetzten Häfen zur Folge hatten, ist die
schwersteBenachteiligung der Rheinschiffahrt auch hier durch den
Ruhrkampf erfolgt, von dem wir schon so oft hörten, wie er die
rheinische Wirtschaft getroffen hat. Nicht nur, daß auch diesmal
eine Zollinie nach dem unbesetzten Deutschland den Rheinverkehr
zwischen besetzten und unbesetzten Häfen hemmte,
es kam zum direkten Stillegen der Rheinflotte durch Eingriffe
der an der Ruhrbesetzung beteiligten Gegner. Der deutsche
„passive Widerstand“ hatte den Frachtverkehr auf den Rheingüterbooten
zunächst zu einem Träger des Widerstandes gegen
die Benutzung der von Franzosen und Belgiern in eigene Regie
genommenen rheinischen Eisenbahnen entwickelt. Demgegenüber
suchten Franzosen und Belgier nun den jetzt besonders
lebensnotwendigen Rheinfrachtverkehr nach Möglichkeit zu
drosseln, der nach gewaltsamer Stillegung der deutschen Rheinflotte
meist durch die Benutzung des holländischen Kahnraumes
bewältigt wurde. Die Folge dieses Kampfes der
Nationen um den Rhein war natürlich ein weiterer Rückgang
der Leistungen der so behinderten Schiffahrt. Wenn insgesamt
die Mengenleistungen der Rheinschiffahrt während des ganzen
Jahres 1923 nur die Hälfte des schon schwachen Jahres 1922
ausmachten, so erreichten sie während der eigentlichen Kampfmonate
nur etwa ein Viertel bis ein Drittel derjenigen des Vorjahres.
Völlig mißglückten allerdings die Versuche der Franzosen
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