verbindung der großen Werke imRuhr- und Braunkohlengebiet
und der im Niederrheingebiet gelegenen Dampfkraftwerke mit
den Süddeutschen Wasserkraftwerken bringt es mit sich, daß
die Dampfelektrizitätswerke am Oberrhein heute nur noch als
Reserve dienen und dadurch einen bedeutenden Wenigerverbrauch
an Kohle haben, die früher auf dem Rhein verfrachtet
wurde. Auch die Gasfernversorgung wirkt sich in
gleicher Richtung aus wie die zunehmende Verwendung von
elektrischer Energie — die sich seit 1913 in Deutschland verdreifacht
hat —, auch sie dient im Haushalt und als gewerblicher
Kraftstrom mit dem Ergebnis der Verminderung des Kohlenbezugs.
Wesentlich ist auch der Abbruch, der den Transportmengen
auf dem Rhein durch die Änderung der wirtschaftlichen Zugehörigkeit
des Saargebiets zugefügt wurde. Zwar hat die
Kohle — welche neben Getreide, Eisen und Floßhoiz zu den
Haupttransportgütern des Rheins gehört — von der Saar auch
früher nicht den Weg über die Rheinwasserstraße genommen,
wohl aber haben die Güter der Eisenindustrie des Saarbeckens
infolge seiner veränderten zollpolitischen Orientierung eine
andere Absatzrichtung nach dem Westen sich suchen müssen,
die früher vielfach über den Rheinweg verschifft wurden. —
Die Entwicklung der Ölfeuerung ganz besonders in der Seeschiffahrt:
brachte eine Kohlenersparnis, welche heute von berufener
Seite auf reichlich 30 Mill, t jährlich beziffert wird,
Auch diese Entwicklung traf die Rheinschiffahrt, welche nicht
an letzter Stelle vom Ruhrrevier rheinabwärts den Seedampfern
den heute so stark verminderten Bunker kohlenverbrauch
zuführte, und für diesen Ausfall wird sie niemals durch den
Transport der durch die Kohlenverflüssigung zu gewinnenden
Öle einen genügenden Ausgleich finden, abgesehen davon, daß
ein einschlägiges Werk sich am Rhein z.Zt. nicht befindet. Endlich
ist auch die deutsche Kapitalnot ein Faktor, der auf die
Rheinschiffahrt zurückgewirkt hat. Der deutsche Kapitalreichtum
in der Vorkriegszeit ermöglichte am Rhein eine „Vorratswirtschaft‘;
da, wo man in der Vorkriegswirtschaft am Oberrhein
ständig große Kohlen-, Eisen- und Getreidelager sah,
z.B. in Mannheim, sieht man heute unbenutzte Lagerflächen
und leere Lagerhäuser. Diese frühere Vorratswirtschaft am Oberrhein
aber brachte für die Schiffahrt des Oberrheins eine gewisse
Sicherheit mit sich, auf regelmäßige Fracht,-insbesondere
auf Rückfracht rechnen zu können.
Allen diesen wirtschaftlich nachteiligen Momenten steht
als ein Mehr für den Rheinverkehr, als ein wenigstens statistisches
Mehr, nur die Zunahme des Verkehrs zum und
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