anlage ihres Werkes für Kohleverflüssigung nach Mitteldeutschland
versetzten,
Daß auch mannigfache der von uns bereits anderweitig
erörterten Schäden unmittelbare Rückwirkungen auf das
Handwerk ausüben, wird einleuchten. Die von uns im ersten und
zweiten Kapitel dieser Schrift geschilderte ernste Lage der
Winzer und Landwirte schwächt mit der Kaufkraft der Landbevölkerung
in unmittelbarer Auswirkung auch das selbständige
Handwerk und Gewerbe, worauf wir auch anläßlich der Schilderung
der Lage der Saarlandwirtschaft schon hinwiesen.
Die Unterbindung der Entfaltung des Fremdenverkehrs
hat dieselbe Wirkung. Wie die Grenzveränderungen auf
die Wirtschaft des Rheinlandes im allgemeinen ungünstig einwirken,
so hatte die Abtrennung vieler Orte mit vormals
blühendem Gewerbeleben von ihrer Absatzbasis gerade auch
für die Existenzmöglichkeit des dortigen Handwerks katastrophale
Folgen. Auch für das Handwerk sind ferner durch den
Rhein-Ruhr-Kampf und durch die mit ihm verbundenen Absperrungen
des Gebietes vom übrigen Deutschland alte geschäftliche
Beziehungen unterbrochen worden. Eine Reihe von Firmen
ist damals in ihrer Existenz vernichtet oder stark eingeschränkt
worden, Die oft erwähnte, so ungünstig gewordene Grenzlage
wirkt sich für das Handwerk weiter in einer verminderten
Wettbewerbsfähigkeit bei Vergebung der Aufträge zentraler
Beschaffungsstellen aus gegenüber Gewerben, die im Innern
Deutschlands liegen. Es wird von den Firmen des besetzten
Gebietes nicht nur darüber geklagt, daß die Aufträge der öffentlichen
Hand wie auch die von Privaten aus dem unbesetzten
Deutschland nicht nach dem Rheinland fließen, sondern daß sogar
rheinische Kommunen selbst es vorziehen, ihre Lieferungen
vom unbesetzten Gebiet ausführen zu lassen. Die Gründe sind
unzweifelhaft mindestens für Aufträge aus dem unbesetzten
Gebiet mit in der gefühlsmäßigen Einstellung dieses Bestellers
zu erblicken, daß die Besatzungszone ihm, wie wir es
nannten, als eine Zone erhöhten Risikos gilt. Dem unzweifelhaft
vorhandenen guten Willen, dem besetzten Gebiet zu helfen,
steht eine vielleicht unbewußte Befürchtung wegen einer
gewissen Unsicherheit der Lieferungen gegenüber in einem Gebiet,
das militärischen Zugriffen ohne absolute Rechtsgarantien
ausgesetzt ist. Verschiedentlich ist dies Argument wohl sogar
von der Konkurrenz im unbesetzten Gebiet selbst bei den Bewerbungen
geltend gemacht worden.
Die schwerste Last für die Handwerker und den Geschäftsbetrieb
des mittleren Gewerbes im besetzten Gebiet aber rührt
her von den notwendig erhöhten Lasten der Kommunalvan
Ham, Wirtschaftsnöte.,
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