machen eine Vermehrung der Konkurrenz. Die
Militärwerkstätten, die früher einem großen Teil der
Bevölkerung Arbeit gaben, sind eingegangen, da diese Arbeitsmöglichkeiten
für die Besatzung nicht weiter bestanden. Die Folge
war, daß die ehemals dort bei der deutschen Militärverwaltung
beschäftigten Handwerker sich selbständig machen mußten,
Zivilkundschaft suchten und so die Konkurrenz für die bestehenden
alten selbständigen Betriebe vermehrten. Die Notlage
zwingt diese neuen Betriebe, zu außergewöhnlich niedrigen
Preisen Arbeit zu übernehmen, Dadurch wird wieder das
allgemeine Preisniveau gedrückt, so daß die Erzielung eines
angemessenen Gewinnes für das Handwerk überhaupt
erschwert wird,
Die fremde Besatzung deckt ihren Bedarf zum größten Teil
aus ihren Heimatgebieten, sie zieht nur in ganz geringem Umfang
deutsche Handwerker heran, einen nennenswerten Verdienst
hat das Handwerk aus ihrer Anwesenheit also nicht.
Da aber durch die fremde Besatzung anderseits die industrielle
Entwicklung des besetzten Gebietes gehemmt ist, weil die
besetzte Zone als eine Zone erhöhten Risikos und als
industriell weniger entwicklungsfähig gilt, folglich industrielle
Firmen verschiedenster Branchen dort neue Niederlassungen
vermeiden, so. schädigt ihre Anwesenheit auch positiv die
Weiterentwicklung des Handwerks, Es fehlen dem Handwerk
die Aufträge, auf die es im unbesetzten Gebiet rechnen könnte,
denn die Schöpfung neuer industrieller Anlagen gibt dem Handwerk
in reichem Maße Arbeit, und ihr Fehlen oder wenigstens
ihr geringerer Umfang muß auf das Handwerk stagnierend zurückwirken.
Der Richtigkeit aber unserer Behauptung, daß Neuanlagen
bei einer Reihe von industriellen Branchen im besetzten
Gebiet vermieden oder nur sehr zögernd in Angriff genommen
werden, kann sich niemand entziehen, der die Verhältnisse
offenen Auges verfolgt. Eine Hemmung zu neuer industrieller
Betätigung im Rheinland greift einmal bei allen deutschen Firmen
Platz, die in stärkerem Maße glauben, Werkspionage seitens der
Besatzung fürchten zu sollen, und das gilt insbesondere für alle
Branchen, die in irgendeiner, wenn auch noch so losen Form
fürchten, mit militärischer Verwertbarkeit in
irgendeine Beziehung gebracht werden zu können. Deshalb
fehlt z. B. die Entfaltung der Flugzeugbauindustrie im besetzten
Gebiet; anderseits vermeiden dieNeuanlage Werke mit besonders
wertvollen und monopolartigen Betriebsgeheimnissen; diesbezüglich
sei nochmals daran erinnert, daß die I. G, Farben,
während die chemische Industrie überhaupt eigentlich seit alters
her die Rheinwasserstraße entlang angesiedelt sitzt, die Neu-{19