ganz billigen Wasserfracht, Diese Möglichkeit aber ist bei
den Eifel- und Hunsrückhölzern eben nicht gegeben. — Die
gleiche verderbliche Einwirkung der Abtrennung des Saargebietes,
die sich auf die Rundholzindustrie zeigte, hat sie
übrigens ähnlich auch auf die sonstigen Erzeugnisse der Holzindustrie,
also auf die der Sägewerke und Möbelfabriken, im Südwesten
der Rheinprovinz ausgeübt. Die Enquete der Handelskammer
Trier hat gezeigt, daß die heutigen Exportziffern dieser
Fabriken nach dem Saargebiet zwischen 5 und 40 v. H., ihres
ehemaligen Jahresumsatzes schwanken.
Bezüglich des Schicksals der rheinischen Tuchindustrie
haben wir ebenfalls aus den angegebenen Gründen nur
einige charakteristische Ausschnitte zu geben. Wir betrachten
den Euskirchener und den Aachener Bezirk. Die Tuchindustrie
in Euskirchen gehört zu jenen Erwerbszweigen,
von denen wir jetzt eben erst ein Beispiel namhaft machten
(das Leder), also zu jenen Erwerbszweigen, die vor allem durch
den Abzug der deutschen Garnisonen aus dem Rheinland
und die Dezimierung der deutschen Armee gelitten haben. Die
Euskirchener Tuchindustrie hat vor dem Kriege nahezu ausschließlich
einen Spezialartikel, nämlich Uniformtuche für
Heer, Marine und Beamte, hergestellt, Sie hat diese
ursprüngliche Bedeutung — die interessanterweise die Fortsetzung
einer dort schon ganz altbekannten Fabrikation von
Mönchstuchen und Stoffen für’ Klerikerbekleidung darstellt —
heute natürlich völlig verloren. Unter großen Opfern wurde der
Versuch einer Umstellung auf die Herstellung von Zivilstoffen
gemacht, die an Qualität wohl an die hierfür bekannten
Krefelder heranreichen, sich aber im Gegensatz zu diesen den
Ruf und auch den Kundenkreis erst suchen müssen. Diese
schmerzlichen Umstellungsschwierigkeiten können noch in
keiner Weise heute als bereits überwunden angesehen
werden.
Euskirchen bezieht seine Rohwolle aus Australien, Südafrika
und Südamerika, die Betriebsstoffe werden aus dem Inland
bezogen. Das Verhältnis des Bezuges der Materialien ist
zu 90 v.H. aus dem Ausland und zu 10 v.H. aus dem Inland.
Die Herstellung der fertigen Tuche kann man also unter
den volkswirtschaftlichen Begriff der Veredlungsindustrie im
weiteren Sinne rechnen. Der Absatz geht zu 95 v.H. ins Inland
und nur zu 5 v.H. ins Ausland, Es ist auf der Hand liegend,
daß ein solcher ganz neu aufgebauter bzw. umgebauter und
seiner Herkunft nach noch unbekannter Industriezweig im Ausland
noch keinen Fuß fassen konnte.
Eine verwandte, aber weit bekanntere Qualitätstextil-(MM