Full text : 20.1993 (0020)

der Sparvorgabe in vollem Umfang zu übersehen. Die Medizinische
 Fakultät behält sich deshalb vor, Veränderungen
des hier vorgelegten Konzeptes bei der Umsetzung vorzuschlagen.


Philosophische Fakultät
Da die primäre Aufgabe einer Philosophischen Fakultät
darin zu sehen ist, daß sie durch die in ihr betriebene
Forschung und Lehre die Grundlagen diskutiert, von denen
her der Mensch seine Lebenswelt verstehen und gestalten
kann und Einblick gewinnt in Kontinuität und Wandel der
geistigen Kultur überhaupt, bedarf eine solche Fakultät
eines möglichst breit gefächerten Verbundes von Disziplinen,
 in dem Philosophie, Geschichts-, Sprach-, Literatur-,
 Altertums-, Kunst-, Sozial- und Umweltwissenschaften
 eng zusammenarbeiten. Da das Herausbrechen einzelner
 Fächer aus dem gesamten Verbund immer die Gefahr
in sich birgt, die Existenz anderer Fächer zu bedrohen
und dem Ganzen tiefgreifenden Schaden zuzufügen, war
gerade die Erfüllung der für die Philosophische Fakultät
vorgegebenen Sparauflagen besonders behutsam anzugehen.
Dabei war die Erhaltung eines möglichst umfassenden
Fächerverbundes zu vereinbaren mit der Akzentuierung
von besonders auszubauenden und zu fördernden Schwerpunktbereichen.,
 Zu diesen gehören die interdisziplinären
Schwerpunkte Umweltwissenschaften, Kognitionswissenschaft,
 Grenzregionen und Interferenzräume sowie die
kulturwissenschaftlichen Schwerpunkte, insbesondere im
europäischen Zusammenhang unter Betonung der romanischen
Kulturen. Allerdings können nicht sämtliche Aufgaben
einer Philosophischen Fakultät auf Schwerpunktbereiche
reduziert werden. Dies gilt insbesondere auch im
Hinblick auf das Angebot vielfältiger Fächerkombinationen
 in Magisterstudiengängen (mit drei Prüfungsfächern),
wie sie durch die Einführung des Magistergrades neben
Staatsexamen (mit in der Regel zwei Fächern) und Diplomprüfung
 (in nur einem Schwerpunktfach) angestrebt worden
waren.
Die Universität hat generell geprüft, inwieweit sich
durch Reduzierung der Ausstattung der Fächer die Sparlast
 der Philosophischen Fakultät erbringen läßt, ohne
letztlich die Substanz der Fakultät in Frage zu stellen.
Die Prüfung führte zu dem Ergebnis, daß die Streichung
von ganzen Fächern bzw. Studiengängen nicht zu umgehen
war. Folgenreich ist dabei insbesondere die Einstellung
von Lehramtsstudiengängen, da diese die für ein Studium
an der Universität des Saarlandes möglichen Fächerkombinationen
 einschränkt.
Im Hinblick auf die Bedeutung der Informationswissenschaft
 für die Berufschancen von Hochschulabsolventen
und die geringen Ressourcen dieses Bereiches sollte
äieses Fach erhalten bleiben. Auch die Bedeutung der
Soziologie, verstärkt durch eine von den Vertretern
der Fachrichtung vorgelegte interessante Neukonzeption,
sollte dazu führen, daß der Diplom-Studiengang
Soziologie nicht aufgegeben wird. Die Slavistik ist auch
von der Ausstattung her konkurrenzfähig und sollte wegen
            
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