Full text : 16/17.1989/90 (0016-0017)

Öffentliche Nachbeterei hat sich allerdings auf dem Arbeitsmarkt
 bislang kaum durchgesetzt. Beispiele dafür sind
viele Arbeitgeber und Schulbehörden, die Bewerber nach
der Abschlußnote und nicht nach der Studienzeit bewerten.
Dennoch bemüht sich unsere Hochschule ebenso wie andere
deutsche Universitäten darum, die internen Voraussetzungen
in allen Fachbereichen für die Absolvierung eines
Studienganges innerhalb der Regelstudienzeit zu schaffen,
Unbestreitbar sind die durchschnittlichen Studienzeiten in
Deutschland nicht länger als in USA, Frankreich und Italien.
 Auch ist eine kurze Studiendauer kein Wert an sich,
Dabei besteht weitgehendes Einvernehmen darüber, daß dies
eher durch zusätzliche "Anreize" als durch "dirigistische"
Maßnahmen geschehen soll.

In Anbetracht der öffentlichen Diskussion wurde bereits im
15. Jahresbericht der Universität (Kap. 3.2 - Prüfungen)
auf Saarbrücker Studiengänge hingewiesen, die im Vergleich
zum Bundesdurchschnitt wesentlich höhere oder niedrigere
Studienzeiten aufzuweisen haben. Der letzten Erhebungen
des Wissenschaftsrates für die Prüfungsjahrgänge 1987 und
1988 (vgl. Tabb. 3.1.3 u. 3.2.14) lassen sich zwar keine
erheblichen Verschiebungen entnehmen, wohl aber sei darauf
hingewiesen, daß die Studiengänge Germanistik (aufgrund
des neu erhobenen Lehramtsabschlusses für Gymnasien),
Romanistik, Mathematik, Biologie, Informatik, Werkstoffwissenschaft
 und Sport nunmehr bundesweit in einem günstigeren
 Verhältnis stehen.

2.4 Ausblick

Man kann nicht oft genug wiederholen, daß jede Entwicklung
der Universität eine zwingende Voraussetzung hat: Sie muß
im Konsens oder auch im Streit ihrer Mitglieder und in
dien dafür geregelten Verfahren der Selbstverwaltung in Offenheit
 gefunden werden. Es sind die einzelnen - im Grunde
alle einzelnen - Mitglieder der Universität, welche die
Entwicklung in ihrer täglichen Arbeit für Forschung und
Lehre vollziehen. Ihre Freiheit und Kreativität sollen gefördert
 werden und sind nicht zu gängeln!
            
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