3.1 Entwicklung _ der Studentenzahlen
Erst 10 Jahre ist es her, daß die Kultusministerkonferenz den
Hochschulen ROSA ZEITEN ab Mitte der 80er Jahre prophezeite,
Inzwischen wurden die Prognose-Instrumente verbessert und die
Annahmen vorsichtiger. Trotzdem wurde noch in der KMK-Prognose
1986 dargelegt, daß die Studienanfängerzahlen spätestens
ab 1987 zu sinken hätten und die Studentengesamtzahl ab etwa
1987-89,
Nichts von alledem ist eingetroffen, weder bundesweit noch an
der Universität des Saarlandes. Die Zahlen steigen stetig,
und die Universitäten drohen mehr denn je in ihnen unterzugehen.
Dies gilt in besonderer Weise für die Universität des
Saarlandes, wie Graphik 1 verdeutlicht. Das schwankende Studieninteresse
bei Abiturienten, wie es aus den jährlichen Befragungen
der Statistischen Landesämter hervorgeht (63,9 % in
1986; 62,4 % in 1987; 66,8 % in 1988), ist zweifellos kein
sicherer Indikator für die tatsächlichen Studienanfängerzahlen.
Zum WS 1988/89 jedenfalls ist wieder ein Rekordzuwachs zu
verzeichnen: 2568 Studienanfänger (Ersteinschreibungen), das
höchste Ergebnis in der nunmehr A40jährigen Geschichte der
Universität des Saarlandes, Gegenüber dem Vorjahr bedeutet
äies einen Zuwachs von 4,3 %. Dabei ist die Zahl der Seniorinn/en
und sonstigen Gasthörer (547 im WS 87/88 und 536 im WS
838/89) sowie der Studienkollegiaten und Deutschkurs-Besucher
hierin noch nicht berücksichtiat.
Natürlich ist die hohe Studienanfängerzahl auch eine Folge
der bisher von den Universitäten mitgetragenen "Öffnungspolitik"
und des immer "weicher" werdenden Numerus_clausus: So
wurde der Studiengang Rechtswissenschaft aus dem ZVS-Verfahren
ausgegliedert und blieb in Saarbrücken ohne Zulassungsbeschränkung.
Die "Überlast" im Bereich der Betriebswirtschaftlehre
hat inzwischen derartige Dimensionen angenommen (s.u.),
daß hier eine Verschärfung des ZVS-Verteilungsverfahrens kaum
zu umgehen sein wird. Insgesamt ist festzustellen, daß die
Zahl der in NC-Studiengängen zur Verfügung gestellten Studienplätzen
noch einmal gesteigert werden mußte, von 1548
{ohne Rechtswissenschaft) im Vorjahr auf 1585 zum WS 1988/89.
Ansonsten hat sich die Zulassungssituation zum WS 1988/89 gegenüber
dem Vorjahr nicht wesentlich verändert (vgl. Tab. 3).
Für die besetzbaren 470 Studienplätze im lokalen Auswahlverfahren
haben sich 1656 deutsche Bewerber/innen (einschließlich
sog. Bildungsinländer) beworben. So konnte nicht einmal
jede/r dritte zugelassen werden. Besonders zugenommen hat die
Nachfrage bei der Wirtschaftswissenschaft (LAB), der Informationswissenschaft
und Biologie (LA).
In den "harten" ZVS-Fächern (Medizin, Zahmedizin, Biologie-Dipl.,
Pharmazie und Psychologie) mit ihren insgesamt 505
Studienplätzen haben sich keine nennenswerten Änderungen ergeben.
Demgegenüber hat sich die Situation in den "weichen"