Full text : 15.1988 (0015)

1.2 Saarländischer Ministerpräsident Oskar _ Lafontaine
Sehr geehrter Herr Universtätspräsident,
Exzellenz, sehr geehrter Herr Botschafter,
meine Damen und Herren!

Zum 40. Geburtstag übermittle ich der Universität des Saarlandes
 die besten Glückwünsche der Landesregierung. Gemessen
an der Tradition manch ehrwürdiger europäischer Universitäten
sind 40 Jahre kein Alter. Gemessen aber am Tempo der bilädungspolitischen
 Entwicklungen und der Universitätsgründungen
in den 60er und 70er Jahren sind 40 Jahre auch schon eine
Tradition. Also ist die Universität des Saarlandes eine jugendliche
 Einrichtung mit längerer Tradition.

Wer zu einer Geburtstagsfeier geladen wird, zumal zu einer
40., wird nicht ohne Geschenk kommen wollen. Ich möchte heute
von diesem Brauch nicht abweichen, auch wenn ich das Geburtstagsgeschenk
 der Landesregierung nicht bei mir tragen konnte.
Es wird in wenigen Wochen in einem besonderen Festakt nachgereicht:
 5.000 am neue Forschungs- und Arbeitsflächen sind für
äie Umweltwissenschaften in Dudweiler mit einem Kostenvolumen
von fast 30 Millionen DM in anderthalb Jahren entstanden. Damit
 sind die Voraussetzungen für eine Grundlagen- und anwendungsorientierte
 Forschung gegeben, die auf die Lösung konkreter
 und drängender Umweltprobleme des Landes und der ganzen
 Saar-Lor-Lux-Region zielt. Hier stellt sich die Universität
 in besonderem Maße in den Dienst der Region und ihrer
Bürger. Ich wünsche der Universität und den beteiligten Wissenschaftlern
 bei ihrer Arbeit in dem neuen Forschungsgebäude
viel Freude und Erfolg.

Vor 40 Jahren wurde die Universität des Saarlandes als eine
Tochter der Universität Nancy gegründet. Diese Gründung erwies
 sich als ein Akt der Weitsicht. Die Universität des
Saarlandes war lange Zeit die einzige im gesamten Südwesten.
Sie hat sich als Motor der regionalen Entwicklung und der internationalen
 Zusammenarbeit hervorgetan.

Heute steht die Universität vor neuen Herausforderungen. Drei
davon will ich aufgreifen:

Durch das neue Universitätsgesetz soll eine Technische Fakultät
 geschaffen werden. Auch wenn mancher an der Universität
diesem Projekt noch zurückhaltend gegenübersteht, so wächst
doch die Einsicht, daß mit dieser Weichenstellung nicht nur
die Ingenieurwissenschaften, sondern die gesamte Universität
auf zukunftsträchtige Weise aufgewertet wird. Alle Fraktionen
des Landtags stehen mittlerweile hinter der Entscheidung der
Landesregierung, ein solches Projekt in Angriff zu nehmen.

Die kontinuierliche Aufstockung des Haushalts der Universität
und die Vervierfachung der jährlichen Aufwendungen für Bauinvestitionen
 sind Ausdruck der großen Bedeutung, die die Landesregierung
 der Universität, der Forschung und den Ingenieurwissenschaften
 für die Zukunft des Landes beimißt. Das
            
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