Full text : 15.1988 (0015)

Friedrich Agne
Gisela Kaspar,
Viktor Bier.

die Studentinnen und Studenten
Dorothee Rullang,
Peter Richard Willner,
Christoph Seel,
Werner Becker,
Ralf Sommer

Sowie unser Ehrensenator Luitwin von Boch-Galhau.

Nur kurz sei auf die gegenwärtige Situation und auf die Zielvorstellungen
 der Universität eingegangen.

Im Gegensatz zu den Öffentlich prognostizierten Wunschvorstellungen
 hat auch bei uns die Anzahl der Studierenden zugenommen,
 von gerundet 18.300 im Vorjahr auf jetzt ungefähr
19.300. Einen Rekord stellt auch die Zahl der Studienanfänger
mit 2.568 dar, während die Zahl der Ausländer geringfügiger
zunahm. Die endgültige Zahl der Seniorenstudenten und der
Fernstudenten liegt noch nicht vor.

Der allgemein erfreuliche Trend einer Zunahme der Studierwilligen,
 welcher nicht gedankenlos als "Überlast" abgestempelt
 werden sollte, stellt angesichts der Ausstattungsmängel
auch unserer Hochschule für Studierende und Hochschullehrer
aine große Herausforderung dar.

Immerhin hat unsere ständige Einladung zu persönlichen Gesprächen,
 die ich hier erneut an alle Erstsemester richte, in
den letzten Jahren zum Abbau eines stereotypen Gruppenverhaltens
 an dieser Hochschule geführt. So konnten einige Mißverhältnisse
 und Engpässe durch die Studierenden und Hochschullehrer
 gemeinsam überwunden werden. Kein Zweifel, daß noch
viele Schritte zu tun sind.

Anläßlich solcher Gespräche und "Orientierungsbesuche beim
Präsidenten" vor Semesterbeginn hielten mehrere Studentinnen
und Studenten ihre Enttäuschung darüber nicht zurück, daß sie
- ausgerechnet - im Saarland gelandet seien, denn in dieser
Provinz sei doch nichts los... Und in der Tat kann die viel
beredete "Regionalisierung der Hochschulen" zur Provinzialisierung
 und Bequemlichkeit verleiten, um dann die Schuld für
fehlenden "Pep" bei "den anderen" zu suchen.

In einer Zeit weltumspannender Kommunikationsmittel mag sich
die Enttäuschung über "provinzielles" Leben bei jenen breit
machen, welche nur traditionelle Erwartungen und überholte
geographische Vorstellungen hegen oder an das Studium - leider
 allzu häufig - in der Konsumentenhaltung herangehen: "Was
ihnen so geboten werde..." und "Was man hier überhaupt
losmachen könne..."
            
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