findung im Einzelfall gefördert, es wurde auch versucht, die
Grundlagen und Maßstäbe der Fahrerbegutachtung kritisch zu
beeinflussen. In dem bundesweiten Trend, der sich von der Begutachtung
weg zu Nachschulung und Verkehrserziehung bewegt,
kann eine Bestätigung unserer Auffassung gesehen werden.
Bei der angewandten Forschung lassen sich neben der Bewährungskontrolle
von Gutachten mehrere Schwerpunkte unterscheiden.
Einer betrifft eine besonders schwerwiegende Unfallura-Che:
Trunkenheit am Steuer. Speziell untersucht wurden die
Fragen, welche Rolle die Alkoholiker dabei spielen und welche
Gegenmaßnahmen zweckmäßig erscheinen. Ein weiterer Schwerpunkt
ist die praktische Ausbildung zum sicheren Fahrer, bei
der vor allem der Einfluß der Angst und die Bedeutung der
Selbstverantwortung untersucht wurden.
Zum Thema Kinderunfälle besteht eine enge Zusammenarbeit mit
der Schutzpolizei des Saarlandes. Mit Hilfe eines gemeinsam
erarbeiteten, über den amtlichen Bogen hinausgehenden Unfallerfassungschemas
werden jedes Jahr die Kinderunfälle im Saarland
erfaßt und ausgewertet. Speziell untersucht wurde auch
das Vorgehen bei der Strafverfolgung im Rahmen von Kinderunfällen
mit den häufigen Verfahrenseinstellungen zugunsten der
beteiligten Fahrer.
Schließlich wurden unter psychohygienischem Aspekt auch Fragen
angegangen, deren Themenkreis sich mit dem Stichwort "new
age" und "neue Okkultwelle" umschreiben läßt, die aber auch
auf akademischem Niveau diskutiert werden. Entgegen anderslautenden
Äußerungen konnte festgestellt werden, daß am Freitag,
dem 13., die Unfallzahl nicht erhöht ist, daß die Unfallneigung
eines Fahrers nicht aus dem Horoskop ersehen werden
kann und daß sich der Mond nicht nachweisbar auf das Un-Fallgeschehen
auswirkt.
6.5 Zentrale Studienberatung
(Leiter: Akademischer Direktor Dipl.-Volkswirt HE. Augenstein)
Intensive Beratungen
Im Zeitraum vom 1.1. bis 31.12.1987 nahmen insgesamt 4.450
Ratsuchende (davon 49 % weibliche) eine intensive terminierte
Einzelberatung in der Zentralen Sudienberatung (ZSB) in An-Spruch;
ca. 9 % hiervon suchten die Beratungsstelle mehrmals
auf. Weitere 1.523 Ratsuchende ließen sich in schriftlicher
Form beraten.
In der Anlauf- und Informationsstelle der ZSB erhielten 3.146
Ratsuchende persönliche und 2.984 telefonische Kurzinformationen
sowie allgemeine Hinweise zu Studienangelegenheiten.
Zusätzlich wurde an 3.524 Personen schriftliches Material]
versandt (s. Tab. 22).