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3.2 Sonderforschungsbereiche
Nach Auslaufen des SFB 100 (31.12.1986) fördert die Deutsche
Forschungsgemeinschaft an der Universität des Saarlandes noch
vier Sonderforschungsbereiche. Die Sprecher dieser
Sonderforschungsbereiche berichten in knapper Form über
Ziele, Teilergebnisse und Perspektiven ihres jeweiligen SFB.
3.2.1 SFB_124
VLSI-Entwurfsmethoden und Parallelität
(Sprecher: Professor Dr. K. Mehlhorn)
Der Sonderforschungsbereich besteht seit dem 1. Januar 1983.
Er wird von den Informatikbereichen der Universitäten in
Kaiserslautern und Saarbrücken gemeinsam getragen. In diesem
Sonderforschungsbereich bestehen drei Projektbereiche, die
sich jeweils in zwei oder drei Teilprojekte gliedern. Wie es
der Name des Sonderforschungsbereiches schon zum Ausdruck
bringt, stehen hier die Fragen des Entwurfes von hochintez
grierten Schaltkreisen - das sind Chips von etwa 1 cm
Fläche, die heute zwischen 10.000 und 1.000.000 elementare
Schaltzellen tragen, und Fragen der Organisation, des Betriebes
und der Programmierung von vielen Rechnern, die durch
ein Netz verbunden sind, im Mittelpunkt des Interesses.
Wir betrachten zunächst die Probleme des VLSI-Entwurfes. Es
sollen sehr große Schaltungen, etwa die eines ganzen
Rechners, auf sehr kleiner Fläche untergebracht werden. Aus
physikalischen Gründen ist die Packungsdichte nach unten
beschränkt und die Fläche des Chips nach oben; letzteres aus
Sründen der Zuverlässigkeit des Produktionsprozesses. Hieraus
stellt sich das Problem, zunächst einen im logischen Sinne
korrekten Entwurf für den angestrebten Schaltkreis überhaupt
herzustellen und ihn dann auf dem Chip unterzubringen.
Hierbei bestehen wie schon bei dem logischen Entwurf gewisse
Freiheiten, die man dahingehend ausnutzen möchte, daß z. B.
die zur Verfügung stehende Fläche gut ausgenutzt wird, daß
konkurrierende Signale etwa die gleichen Laufzeiten besitzen,
daß die freigesetzte Energiedichte pro Fläche nirgends zu
hoch wird, daß die Korrektheit des Chips testbar ist. Im
Sonderforschungsbereich werden zu all diesen Fragen relevante
Forschungen betrieben. Diese haben sowohl zu neuen Einsichten
darüber geführt, was grundsätzlich an Logik auf einem Chip
untergebracht werden kann, als auch zu einem Prototyp
(CADIC-HILL) eines CAD-Systems zur Unterstützung des
Chipentwurfes. Diese Arbeiten werden im Projektbereich B des
SFB 124 durchgeführt. Zwei Teilprojekte dieses Projektbereiches
sind in Saarbrücken angesiedelt. In beiden Teilprojekten
sind unter Leitung der zwei Professoren G. Hotz und
K. Mehlhorn 12 Mitarbeiter und 13 Studenten tätig.
Die neue Technologie, von der hier die Rede ist, wird es in
viel stärkerem Maße erlauben, die Ausführung von dazu