Fachbereich 10: Informatik
Prodekan: Prof. Dr. Wolfgang Wahlster
Da Informatik-Kenntnisse in den letzten Jahren für Studenten
anderer Fachgebiete immer wichtiger wurden, hat sich der
Fachbereich 10 im Berichtszeitraum entschlossen, einen neuen
Vorlesungszyklus zur Einführung in die Informatik für Hörer
aller Fachbereiche anzubieten. Trotz der hohen Lehrbelastung
wurde dieser neue Veranstaltungstyp aufgrund der zahlreichen
Bitten anderer Fachbereiche zunächst im Rahmen des Überlastprogramms
angeboten. Durch die im Sommer 1987 erfolgte
Freigabe einer neuen C3-Professur für Informatik, die noch im
Wintersemester 1987/88 besetzt werden soll, könnte mittelfristig
die zusätzliche Lehrbelastung aufgrund notwendiger
Dienstleistungen für andere Studiengänge zumindest teilweise
kompensiert werden.
Aus Vorlesungsunterlagen zu mehreren Zyklen der Grundvorlesungen
"Informatik I und II" ging das gemeinsame Lehrbuch
"Grundlagen der Programmiersprachen" der Professoren Loeckx,
Mehlhorn und Wilhelm hervor, das im Jahre 1986 erschien.
Prof. Dr. Günter Hotz, Mitglied des Wissenschaftsrats seit
1987, erhielt zusammen mit seinen Kollegen und früheren Schülern
Prof. Dr. Kurt Mehlhorn und Prof. Dr. Wolfgang Paul einen
der Förderpreise aus dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Programm
der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Wissenschaftler des Fachbereichs Informatik sind u.a. an den
beiden Sonderforschungsbereichen 124 *"VLSI-Entwurfsmethoden
und Parallelität" und 314 "Künstliche Intelligenz - Wissensbasierte
Systeme", an BMFT-Verbundvorhaben, an DFG-Schwerpunktprogrammen
sowie an ESPRIT-Projekten der EG beteiligt.
Die Grundlagenforschung wurde durch stärker anwendungsbezogene
Kooperationen u.a. mit Siemens, IBM, Digital Equipment,
Nixdorf und Texas Instruments ergänzt.
Am Lehrstuhl von Prof. Dr. Günter Hotz wurde im Rahmen des
Sonderforschungsbereichs 124 im Teilprojekt B1 an VLSI-Entwurfssystemen
gearbeitet. Außerdem wurden in dem mit Unter-Stützung
des BMFT von Siemens und Nixdorf geförderten TESUS-Projekt
Methoden zum Testen von Chips entwickelt. Aus Mitteln
des Leibniz-Preises wurden Arbeiten zur theoretischen Informatik
und Software-Arbeiten (z. B. Programmierumgebung für
eine Programmiersprache) gefördert. Zusammen mit Prof. Mehlhorn
wurden im Rahmen der VENUS-Kooperation mit Siemens (ZTI)
Geräte und Software zum Chipentwurf erprobt und weiterentwickelt.