Full text : 14.1987 (0014)

2.1 Entwicklung der Studentenzahlen

Die Studentenzahlen steigen und tendieren zu längst nicht
mehr erwarteten Höhen. Dies erklärt sich nicht nur aus dem
Ansteigen der so gern von politischer Seite inkriminierten
Studiendauer, sondern auch aus der nach wie vor ungünstigen
Ausbildungsplatzsituation. Denn ebenso stetig wie die Zahl
der Abiturienten zurückgeht, steigt das Studieninteresse wieder
 an. Wie die jährlichen Abiturientenbefragungen des Statistischen
 Landesamtes des Saarlandes deutlich machen (vgl.
Grafik 1), "erholt" sich die Studienwilligkeit der saarländischen
 Abiturienten wieder: vom Tiefpunkt 63,4 % im Jahre 1985
auf 64,3 % (1986) und 65,2% (1987).

Dementsprechend steigen die Studienanfängerzahlen mit. Nach
ihrem "Tiefpunkt" im Studienjahr 1985/86 (2248) und Stagnation
 1986/87 (2257) sind im Jahre 1987/1988 etwa 2600 Studienanfänger
 zu erwarten, was einen schlagartigen Zuwachs von
gut 15 % bedeutet. Die Perspektive für die Entwicklung der
Studentenzahlen läßt sich ausmalen. Wenn sich auch das Wachstum
 der Gesamtstudentenzahlen zwischenzeitlich etwas verlangsamt
 hatte (vgl. Grafik 1), so ist doch der jüngste Anstieg
schon geradezu besorgniserregend: von 1986/87 (17.662 Studierende)
 auf 1987/88 (18.274) um 3,5 S%. Dabei ist die Zahl
der Senior/inn/en und sonstigen Gasthörer/innen (409 im WS
86/87 und 547 im WS 87/88) sowie der Studienkollegiat/inn/en
und Deutschkurs-Besucher/innen (113 bzw. 146) hierin noch gar
nicht berücksichtigt. Das Ende der Überlast ist also noch
lange nicht abzusehen.

Da die Studentenstatistik für das Wintersemster 1986/87 noch
nicht vollständig vorliegt, beschränken wir die Analyse der
Studentenzahlen im folgenden auf das Wintersemester 1985/86.

Die Zahl der weiblichen Studierenden (7.699) hat sich gegenüber
 dem Vorjahr erneut erhöht, und ihr Anteil liegt inzwischen
 bei fast 44 % und damit sogar deutlich über dem
Bundesdurchschnitt (40,6 % an wissenschaftlichen Hochschulen).
 Auch unter den Studienanfänger/inne/n sind sie im gleichen
 Verhältnis vertreten. Dieser Prozentsatz entspricht damit
 exakt dem Frauenanteil an den studierwilligen saarländischen
 Abiturienten des Jahrgangs 1987. Unter den 18 bis
20jährigen dominiert sogar der Frauenanteil in der Studentenschaft;
 demselben Phänomen begegnen wir im übrigen bei der
Senioren- und Gasthörerpopulation (s. u.).

Auch der Anteil der länger Studierenden steigt weiter - ein
Phänomen, das sowohl der Massenuniversität als auch der Arbeitsmarktsituation
 entspricht. Davon abgesehen, welches die
Motive für Studienzeiten oberhalb von 13 Semestern sein mögen,
 ist der Anteil dieser Langzeitstudenten gegenüber dem
Vorjahr von 22,3 % auf 23,5 % angestiegen, sofern man die
Hochschulsemester betrachtet. Von den Fachsemestern ausgehend
liegt er jedoch bei nur 15,0 % und ist sogar geringer als im
Vorjahr (15,6 %). Daraus läßt sich schließen, daß die höheren
Studienzeiten nicht so sehr dem Studien- und Prüfungssystem
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.