1.2 Präsident_der Vereini der Freunde _der Universität
Dr. Ernst-Heinz_ Schäfer
Herr Universitätspräsident, Magnifizenz, Spectabiles, meine
Herren Professoren, sehr geehrte Damen, meine Herren, liebe
junge Kommilitoninnen und Kommilitonen, verehrte Seniorenstudentinnen
und -studenten.
Zunächst darf ich Ihnen, Herr Professor Meiser, sehr herzlich
danken, daß Sie auch in diesem Jahr dem Präsidenten der VvVereinigung
der Freunde der Universität des Saarlandes - damit
einem Vertreter der saarländischen Bürger - die Möglichkeit
geben, Grußworte an das versammelte Auditorium zu richten.
Ihnen, meine Jungstudenten, für die unsere feierliche Eröffnung
gestaltet wird, gilt mein sehr herzlicher Gruß, seitens
der Bürger dieses Landes, dieser Stadt. Sie beginnen einen
neuen Lebensabschnitt, Sie, die Sie nicht Neuland betreten,
Sie stehen schon als "Alte Hasen" vor einer neuen Etappe. Sie
alle sind durch den gemeinsamen Willen verbunden, sich für
den ständigen Lehrprozeß des vor Ihnen liegenden Lebens ein
Wissen - und damit einen geistigen Horizont - anzueignen, das
Ihnen gestatten soll, in diesem Leben zu bestehen. Sie beginnen
diesen Prozeß an einer jungen deutschen Universität, einer
Universität mit grenzüberschreitenden Aufgaben - einer
Universität, die eine der wichtigsten Nachkriegsinvestitionen
für unser kleines Bundesland darstellt. Wir Bürger dieses
Landes sind stolz auf sie, verkörpert sie doch das Zentrum
des geistigen Lebens an der Saar. Sie offenbart nicht nur
eine wahrhaft europäische Gesinnung, sie bietet Ihnen, meine
jungen Freunde, Chancen sich für das Europa der Zukunft durch
breitgefächertes Wissen - auch sprachliches - vorzubereiten,
Hierbei sollten Sie sich bemühen, die "Grenzen des Machbaren"
zu erkennen. Unsere moderne Lebenswelt beruht auf den Erkenntnissen
der Wissenschaft und deren Umsetzung in den technischen
Fortschritt.
In allen Industrienationen vollziehen sich seit einigen Jahren
tiefgreifende Veränderungen. Wir sehen die beschleunigte
Durchdringung von Wirtschaft und Gesellschaft mit neuen Technologien.
Die Elektronik unterstützt und verstärkt die mentalen
Leistungen des Menschen, wie seinerzeit die industrielle
Revolution die körperliche Leistungsfähigkeit vervielfachte.
Der Mensch stößt allmählich an die Grenzen der Umwelt. Den
Homo sapiens trifft die eigentliche 6kologische Verantwortung
passiv und aktiv. Sie ist in ihren Ausmaßen neu, sie ist total.
Sie wiegt, meine lieben Freunde, umso schwerer, fließt
sie doch in die Verantwortung gegenüber unseren Kindern und
Enkeln ein. Und hier sind Sie nun angesprochen.
An die Ethik werden neue Fragen gestellt. Die Gen- und Biotechnologien
eröffnen neue Möglichkeiten - aber auch tiefgreifende
Bedrohungen. Die Welt wandelt sich also immer
schneller, neue Erkenntnisse gilt es zu beherrschen, Einsich-