le Förderungsdauer eines SFB von 15 Jahren. Für den SFB 130
sieht diese Vorschrift also eine Beendigung der Förderung
zum Jahresende 1988 vor.
Im Jahre 1985 hat der SFB einen Antrag für die Auslaufphase
1986 - 1988 konzipiert und bei der DFG gestellt. Die Tatsache,
daß es sich um eine Auslaufförderung handelt, wirkt
sich sowohl auf den Gesamtumfang der beantragten Mittel als
auch auf ihre Verteilung auf den Förderungszeitraum aus:
Nach einer Absenkung zu Beginn der Förderungsperiode nehmen
die beantragten Mittel kontinuierlich weiter ab. Oberstes
Kriterium, an dem sich der SFB bei der Realisierung der notwendigen
Sparmaßnahmen orientiert hat, war die Erhaltung eines
zwar verkleinerten, vor allem aber lebensfähigen SFB.
Dazu gehörte besonders die Entwicklung eines tragfähigen und
aktuellen Forschungsprogramms, das weitgehend auf den Arbeitsergebnissen
der vergangenen Jahre aufbaut.
Der Antrag sieht folglich erstmals seit Gründung des SFB
gravierende Änderungen der Teilprojektstruktur und damit
verbunden auch des wissenschaftlichen Programms vor. So wurden
einige Teilprojekte ganz aufgegeben und andere z. B.
durch Zusammenlegung wesentlich gestrafft. Durch diese Maßnahmen
wurden trotz der finanziellen Einengungen der Auslaufphase
Mittel freigesetzt ‚, die ermöglichten, ein neues
Teilprojekt, das auf einem besonders aktuellen Gebiet arbeitet,
zu gründen. Der Antrag wurde einschließlich des zugrunde
liegenden Konzeptes von der DFG ohne Abstriche akzeptiert.
Der zugehörige Bewilligungsbescheid liegt der Arbeit
des SFB in seiner letzten Förderungsperiode vom 1. Januar
1986 bis zum 31. Dezember 1988 zugrunde. Der Antrag des SFB
enthält darüber hinaus Elemente, die über diese Förderungsperiode
hinausweisen. Es besteht weitgehend Übereinstimmung
darin, daß eine weitere Förderung der Kernbereiche
des SFB wissenschaftlich sehr lohnend wäre. Die konzeptionelle
Ausfüllung dieser Zielvorstellung stellt einen wesentlichen
Aspekt der aktuellen Arbeit des SFB dar.
Übergänge von ungeordneten Hochtemperaturzuständen in glasartige
Ordnungszustände bei tiefen Temperaturen stellen ein
zentrales und weites Feld der Aktivitäten des SFB in der gegenwärtigen
Förderungsperiode dar. Die damit zusammenhängenden
Phänomene sind an Systemen mit unterschiedlichstem Aufbau
beobachtbar, was vermuten läßt, daß allgemeine Gesetzmä-Bigkeiten
als Ursachen in Frage kommen. Sie können beispielsweise
in geeigneten, oft verhältnismäßig einfach aufgebauten
Mischkristallen auftreten, in denen frustrierte
Wechselwirkungen zwischen molekularen Gruppen den Glaszustand
verursachen. Sie sind aber auch sehr oft in sehr viel
komplizierter aufgebauten makromolekularen Systemen wie Polymeren
und Oligomeren zu beobachten. Die hiermit zusammenhängenden
Fragestellungen werden unter Einsatz eines erheblichen
Teiles der experimentellen und theoretischen Ressourcen
des SFB untersucht.