1. Dem wachsenden Einfluß von Technik und Ökonomie versuchen
einerseits vor allem die historischen Wissenschaften, die
Kunst-, Sprach- und Literaturwissenschaften, die Theologie
und Philosophie hierdurch zu begegnen, daß sie ihre Bildungsaktivitäten
für die Öffentlichkeit verstärken. So wurde
eine Ringvorlesung durchgeführt, die über Arbeiten über die
Grenzregion Saar-Lor-Lux informierte; in ihr trugen Geographen,
Historiker, Sprachwissenschaftler und Archäologen
ihre Ergebnisse vor. Außerdem engagierten sich verschiedene
Kollegen im Museumswesen (u. a. Kunsthistoriker, Archäologen,
Geographen) mit Aussstellungen und Planungsarbeiten.
Die vorgesehene Wiederbesetzung der Professur Philosophie
(Ethik und Systematik) ist - auch in diesem Zusammenhang -
für die Fakultät von grundsätzlicher Bedeutung.
Andererseits wurden neue Fragestellungen und Techniken von
verschiedenen Disziplinen der Philosophischen Fakultät übernommen.
Zunehmend werden Arbeiten im Rahmen geistes- und sozialwissenschaftlicher
Forschungen durch Computer unterstützt;
u. a. sind hier die Informations- und Sprachwissenschaften,
die Biogeographie und andere Disziplinen der Sozial-
und Umweltwissenschaften zu nennen. Auf manchen Feldern
ergibt sich eine enge Zusammenarbeit mit der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen
Fakultät (insbesondere der Informatik).
In diesem Zusammenhang ist auch die Einrichtung
der neuen Professur Computerlinguistik zu sehen. In entsprechender
Weise werden neue Medien (z. B. Video) in Anspruch
genommen. Die in verschiedenen Fachrichtungen angesiedelten
Aktivitäten wurden durch die Einrichtung eines neuen Medienzentrums
organisatorisch zusammengeführt.
2. Die Berufsaussichten der Studienabgänger haben sich z. T.
erheblich verschlechtert. Der starke Rückgang der Lehrerausbildung
ist darauf zurückzuführen. Andererseits wird das neu
organisierte Magisterstudium aufgewertet. Zur Zeit werden
verschiedene Diplomprüfungsordnungen überarbeitet mit dem
Ziel, die Ausbildung zu straffen und den Erfordernissen der
Praxis näherzubringen.
Die Kooperation mit ausländischen Universitäten ist vertieft
worden, um den Studierenden eine breitere Basis für ihr Studium
zu bieten und die Vorteile eines Auslandsaufenthaltes
zu eröffnen. Insbesondere ist hier der Ausbau der integrierten
Studien mit den Nachbaruniversitäten Metz und Nancy in
Frankreich, mit der Simon Fraser University in Canada sowie
mit dem Puschkin-Institut in Moskau zu erwähnen. Hiervon
profitieren vor allem Studierende der Sprach- und Literaturwissenschaften,
der Geschichtswissenschaften, der Geographie
und der Biogeographie.
Perspektivisch wird bei den Planungen der Fakultät auch die
(aus demographischen Gründen) zu erwartende Abnahme der Studentenzahlen
in den 90er Jahren berücksichtigt. Insbesondere
werden Überlegungen angestellt, die Attraktivität der Fächer
der Philosophischen Fakultät zu erhöhen. In diesem Zusammenhang
erscheint es wichtig, daß die Diversität der Fachrichtungen
erhalten bleibt; sie ermöglicht nicht nur eine günstige
Fächerauswahl für die Studenten, sondern wirkt sich
auch bei Berufungen positiv aus.