anderen westeuropäischen Universitäten, etwa in Spanien,
schaffen. Ich verweise auf die Niederländischen Tage und auf
die Italienische Woche, an der sich die Universität zur Zeit
beteiligt. Nicht nur das Gebiet von Forschung und Lehre, sondern
auch den Bereich kultureller und sportlicher Veranstaltungen
kann ich erwähnen, einschließlich der Besuche polnischer
und bulgarischer Studentengruppen.
Europa als Modell weltoffener Aktivität wie es der italienische
Botschafter Professor Ferraris in seinem Vortrag ("Das
Modell Europa aus italienischer Sicht", veröffentlicht in der
Reihe "Vorträge, Reden und Berichte aus dem Europa-Institut"
Nr. 39, Saarbrücken 1985) gekennzeichnet hat. Sie alle, unsere
Studentinnen und Studenten, fordere ich auf, Europa zu
entdecken, indem Sie einem Teil Ihres Studiums in unseren
Nachbarländern, nach Möglichkeit - und lehrreicher noch - au-Berhalb
Europas, nachgehen.
Ich habe von Kooperation gesprochen, von Kooperation in unserem
kleineren Saar-Lor-Lux-Raum und darüber hinaus. Ich habe
noch zu sprechen vom Wettbewerb. Wettbewerb muß überall dort
stattfinden, wo man sich um geistigen Rang bemüht, also auch
innerhalb einer Universität. Zusammenarbeit und Wettbewerb
bedingen unser Streben in der Wissenschaft. Wie ist das zu
vereinbaren: geistiges Streben und Ringen auf der einen Seite
- ich sagte vorhin: Akademiker werden in einem lebenslangen
Bemühen! - und auf der anderen Seite die Einsicht, daß es
große Unterschiede der Begabungen, der Vitalität, daß es
Schicksale von Gesundheit und Krankheit gibt?
Wir alle wollen an einer Universität zusammenwirken, und wir
werden es in Zukunft vermehrt in Team-Geist tun müssen als in
der Vergangenheit! Und wie verhält es sich, wenn wir bedenken,
daß eine Universität nicht losgelöst von der Gesellschaft
zu betrachten ist, in der und aus der sie lebt? Wie
steht es mit dem Verhältnis von Akademikern und Nicht-Akademikern?
Als Antwort zitiere ich Martin Luther King: "Wir haben
gelernt, wie die Vögel zu fliegen, wie die Fische zu
schwimmen, doch wir haben die einfache Kunst verlernt, wie
Schwestern und Brüder zu leben." Und ich zitiere gerade Martin
Luther King, um zu sagen, daß diese Aufgabe nicht von einer
Nation und nicht von einer Rasse bestimmt wird und daß es
an uns liegt, ob der Gang der enger werdenden Welt mit unserem
Zutun oder ohne unser Zutun als Europäer stattfinden
wird.
Ich danke Ihnen!