Ernst und Fröhlichkeit, Lebenslust und auch der Spaß am Studium,
was alles ich unseren Studentinnen und Studenten wünsche,
kontrastiert in diesen Monaten und Jahren mit großer
Besorgnis, mit Skepsis und innerer Unruhe, welche auch die
ältere Generation bewegen, zu der ich gehöre.
Wie also sol1 ich zu Ihnen sprechen und dabei wahrhaftig
bleiben? Ich möchte versuchen, einen kleinen Kreis zu schließen,
einen kleinen Kreis von vier Jahren zu dem, was ich hier
früher gesagt habe.
Im ersten Jahr habe ich erzählt, wie ich selbst als akademischer
Bürger in den 50er Jahren per Handschlag durch den bedeutenden
Münchener Rektor und Physiker Professor Gerlach
aufgenommen wurde. Von Handschlag und manchem feierlichen Zeremoniell
haben wir uns inzwischen Jahrzehnte entfernt. Unter
anderem, um durch Zeremoniell nicht einen falschen Anschein
zu erwecken. Denn Akademischer Bürger wird man nicht per
Handschlag und nicht sogleich, sondern durch einen mühsamen
Arbeitsprozeß und Selbsterziehung. Und wir können nur versuchen,
diese Möglichkeit an der Universität zu eröffnen und
offen zu halten - jetzt für weitere 2. 100 Kommilitonen, die
als Erstsemester zu uns gekommen Sind, womit wir die höchste
Anzahl von insgesamt ca. 18.000 Studentinnen und Studenten an
unserer Hochschule erreicht haben. Und wir versuchen, nicht
nur die grundständigen Studien zu gewährleisten, sondern nach
Einrichtung des Studiums für das dritte Lebensalter - unser
sogenanntes Seniorenstudium, welches zunehmenden Zuspruch erhält
- auch die Lücke zu schließen durch ergänzende Lehrangebote
für das zweite, das aktive Lebensalter - eine allseits
als notwendig anerkannte Weiterbildung. Um solche bereits
vorhandenen Aktivitäten zusammenzufassen und weiter zu
entwickeln, haben wir an unserer Universität eine Kontaktstelle
für Weiterbildung gegründet.
Gegen die vielen großen Worte, die Sie tagtäglich hören und
die oft nichts mehr bedeuten, will ich als möglichen Maßstab
und als Orientierung das Tun setzen, das Tun des einzelnen,
und das Tun in Gemeinschaft, welches Vertrauen und Verläßlichkeit
schafft. Deshalb möchte ich den Dank der Universität
nicht in bloße Worte kleiden, sondern in Paradigmata fassen.
Ich komme zunächst zu dem Dank der Universität gegenüber den
Bürgern und den politisch Verantwortlichen des Saarlandes,
die trotz einer anhaltenden Wirtschaftskrise beharrlich Erstaunliches
für die Universität leisten und ihren Ausbau fördern.
Besonders anzuerkennen sind die großen und kleinen Beiträge
von Bürgern dieses Landes, die es uns immer wieder ermöglichen,
über den Universitätsetat hinaus einzelne Veranstaltungen
und zusätzliche wissenschaftliche Vorhaben durchzuführen.
Hier gilt mein Dank ebenso unserer Freundesgesellschaft
wie den bedeutenden Stiftern, deren Namen ich später
bekanntgeben werde.
Als weiteres Beispiel greife ich den sogenannten "dritten
Campus" in Dudweiler auf. Wir haben die Angebote der Regie-