man heute so viel spricht, nicht von Ihrem sich selbst gestellten
Ziel abbringen lassen sollten. Sie sollen sich an dieser
Ihrer Universität genau so wohlfühlen, wie viele Generationen
vor Ihnen. Man darf in den neuen Technologien nicht immer nur
das Negative sehen. Ich selbst habe zu Beginn der 30er Jahre
in Berlin als Werkstudent studiert und kann Ihnen versichern,
daß die materiellen und sonstigen Umstände damals nicht wesentlich
besser, teilweise schlechter waren als die heutigen. Trotz:
dem denke ich gerne an meine Studienzeit zurück, weil ich sie
nicht nur als Ausbildungszeit und Vorbereitungszeit auf das
spätere berufliche Wirken erachte, sondern, weil ich an der
Universität auch meinen, gestatten Sie, geistigen Horizont erweitern
konnte und Freunde für das Leben gefunden habe. Ja, ich
scheue in Ihrer Gegenwart nicht das Wort, daß ich ein Stück meiner
Persönlichkeit bilden und formen konnte.
Bitte, meine lieben jungen Freunde, Sie werden es später an
sich selbst erfahren, es ist nicht das Fachwissen allein, das
den Meister kürt, nein. In der unablässigen Lehr- und Lernperiode
unseres Lebens, in der jeder von jedem lernen kann,
liegt das Rüstzeug für einen erfolgreichen Lebensweg in einem
umfassenden, d.h. nicht nur in einem begrenzten, fachlichen,
speziellen, Wissen. Es muß weiter gespannt sein. Lassen Sie mich
versuchen, es populär auszudrücken: beherrschen Sie das Alphabet
des Brockhaus! Man muß nur immer in die richtige Schublade,
in die richtige Seite, greifen, um sich auf fremde und auf neue
Sachgebiete umzustellen, d.h. praktizierend einzustellen. Man
spricht viel vom Studium generale, das immer wieder empfohlen
wird. Hier ist ein Berührungspunkt von beidem gefunden.
Also halten Sie Kontakte zu den anderen Fachbereichen! Sie finden
auch dort Gleichgesinnte. Behalten Sie sich die Kräfte frei
für menschliche Kontakte, auch über die Grenzen hinaus. Wir
sind ihnen ja hier nicht sehr weit. Bieten Sie hier und dort
Ihr Gespräch an. Ich sage jetzt etwas besonderes für die weiblichen
Studenten, für Sie: meine lieben Studentinnen, bieten
Sie Ihren persönlichen Charme an, zeigen Sie dabei auch Ihre
fröhliche und Ihre lebensbejahende Seite! Dasselbe gilt natürlich
auch für die menschliche Seite. Sie gewinnen dabei, das