Befriedigungen oder den Frustrationen zusammenhängen, die der
Mensch in seinem gegenwärtigen Handlungsfeld erfährt. Welches
die Rolle solcher Zukunftsvorstellungen sind, wird gegenwärtig
in einer weiteren Dorfstudie in Thailand abgeklärt, die methodisch
analog den Migrations-Studien geplant wurde. Da alle Entwicklungshilfeprojekte
sich mit Zukunftsplanungen befassen, zugleich
aber oft die Zukunftserwartungen der betroffenen Bevölkerung
nicht beachten, hat auch diese Studie, neben ihrer theoretischen,
eine leicht einsehbare praktische Bedeutung. Das Projekt
wird durchgeführt in Zusammenarbeit mit Prof. R.B. Textor
von der Stanford University, California.
Projektleiter: Prof. Dr. E. Boesch
Verantwortliche Mitarbeiter: Dr. Phornchai Sripraphai;
Kathleen Sripraphai, M.A.
3. Psychologische Aspekte der Flüchtlinzssituation_ im Sudan
Im Nordosten des Sudan leben derzeit etwa eine halbe Million
Flüchtlinge aus den Grenzbereichen Äthiopiens. Das schafft für
die Entwicklungspolitik die Notwendigkeit, nicht nur Grundbedürfnisse
der Flüchtlingsgruppen, sondern auch der in diesen
Bereichen lebenden sudanesischen Bevölkerung zu befriedigen.
Die dabei entstehende Problematik ist sehr komplex: nicht nur
ökonomische Aspekte sind zu beachten, sondern auch unterschiedliche
kulturelle Gepflogenheiten und Voraussetzungen für die
erforderlichen Maßnahmen. Das erfordert, die psychologischen
Aspekte stärker als üblich in die politische Planung von Entwicklungsvorhaben
einzubeziehen, Deshalb werden in diesem Projekt
einerseits sozio-äkonomische und berufsbildnerische Fragen
abgeklärt, andererseits die Zukunftserwartungen von Flüchtlingen
und endlich die Reaktion betroffener Bevölkerungsgruppen auf
Konflikte, die beim Aufeinandertreffen unterschiedlicher kultureller
Normen entstehen. Das Projekt wird teilweise gefördert