raturbereich aufgehoben ist. Derartige Systeme weisen prinzipiell neuartige
Eigenschaften auf und sind daher von grundsätzlichem Interesse für die Festkörperphysik.
Sie nehmen eine Zwischenstellung zwischen den streng periodischen
Kristallgittern und den amorphen Systemen ein. Beteiligt an den diesbezüglichen
Arbeiten waren im Berichtszeitraum die Teilprojekte Al ("Dielektrische
Dispersion", Untersuchung der Dynamik der dielektrisch relevanten
niederfrequenten Anregungen), A2 ("Kernspinresonanz”", Untersuchungen
des statischen Kernresonanzverhaltens verschiedener Atomkerne in solchen
Systemen), A3 ("Kristallographie", allgemeine Arbeiten zur Struktur der inkommensurablen
Phasen), A5 ("Lichtstreuung", detaillierte Arbeiten zu den
Wechselwirkungen zwischen der inkommensurablen Modulation und dem zugrunde
liegenden Gitter und seinen Defekten im Bereich der "lock-in" Umwandlung),
34 ("Defektcharakterisierung", elektronenmikroskopische Arbeiten zu dem Problem
der Kopplung zwischen Solitonenstruktur und dem Kristallgitter sowie
theoretische Untersuchungen zur Struktur von Domänenwänden), Cl ("Einkristallzüchtung",
Züchtung bekannter und neuartiger Einkristalle, die inkommensurable
Phasen aufweisen), C3 ("Physikalische Chemie", physikalischchemische
Probleme im Zusammenhang mit der Herstellung von Kristallen mit
inkommensurablen Phasen).
Systeme, in denen frustrierende Wechselwirkungen auftreten, stellen einen
weiteren aktuellen Problemkreis des Sonderforschungsbereiches dar. Derartige
Systeme lassen sich experimentell beispielsweise dadurch realisieren,
daß in einem geeigneten Kristall die Stärke der für die Phasenumwandlung
relevanten Wechselwirkung durch Verdünnung verkleinert wird oder daß Mischkristalle
aus zwei strukturell sehr ähnlichen Kristallen hergestellt werden,
die jedoch für sich Phasenumwandlungen unterschiedlichen Typs (z.B. ferroelektrisch
und antiferroelektrisch) aufweisen. In beiden Fällen können die
Phasenumwandlungen unterdrückt werden, wobei sich dann oft neuartige Phänomene
ausprägen. Diese Fragestellungen werden vor allem in den Teilprojekten
Al, A2, A5, Bl ("Phänomenologische Stoffgrößen"), B5 ("Niederenergetische
Anregungen") und Cl eingehend untersucht.
Im Bereich der anwendungsorientierten Arbeiten wurden bei der Polymerforschung
Umwandlungsphänomene bei 01ligomeren besonders im Hinblick auf die
Struktur von Schmelzen und glasartigen Zuständen untersucht. Die hier beteiligten
Teilprojekte sind: A5 (Einsatz vor allem der Brillouinspektroskopie),
A6 ("Statistische Modelle", Untersuchungen zu Schmelz- und Erstarrungsvorgän-Jen
in klassischen. qauantisierten und polymerisierten Systemen) und B4 (Un-