Sonderforschungsbereich 130
FERROELEKTRIKA
Sprecher
Professor Dr. Jörn Petersson
In dem Sonderforschungsbereich (SFB) 130 - Ferroelektrika - werden vor allem
solche - meistens isolierenden und möglichst einkristallinen - Festkörper
untersucht, die strukturelle, insbesondere ferroelektrische oder damit eng
zusammenhängende Phasenumwandlungen durchlaufen. Die Arbeiten an den unter
dem Gesichtspunkt des wissenschaftlichen Interesses ausgewählten Systemen
und Systemgruppen sollen umfassende Aussagen zum Verständnis derartiger Phasenumwandlungen
ermöglichen. Diesbezügliche Fragestellungen werden mit unterschiedlichen
experimentellen sich ergänzenden Methoden, die in verschiedenen
Teilprojekten des SFB angesiedelt sind, untersucht. Für die experimentellen
Arbeiten war es besonders wichtig, daß es durch das Förderungsinstrument
SFB möglich wurde, ein zentrales Kristallabor zu betreiben, in dem
die benötigten hochqualifizierten Meßproben hergestellt,präpariert und umfassend
charakterisiert werden können. Dabei werden physikalische, physikalisch-chemische
und chemische Methoden eingesetzt. Die theoretischen Modelle
zum Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen gehen gewöhnlich von geeigneten
Idealisierungen aus. Theoretische und experimentelle Arbeitsgruppen
sind bezüglich ihrer allgemeinen Problemstellungen und konkreten Arbeiten
im SFB eng miteinander verbunden. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeiten des
SFB liegt darüber hinaus im Bereich der praxisorientierten Forschung im Umfeld
ferroelektrischer Materialien. Hier sind vor allem die Untersuchungen
zu den (ferroelektrischen) Keramiken und den ferroelektrischen und nicht
ferroelektrischen Polymeren zu nennen. Der organisatorische Aufbau des SFB
wurde durch die genannten Gesichtspunkte weitgehend zwangsläufig bestimmt.
Die seit Jahren andauernde durch das Förderungsinstrument SFB ermöglichte
enge Kooperation der verschiedenen Arbeitsgruppen hat einige der auch international
beachteten Resultate erst ermöglicht. Im folgenden ist es nur möglich,
einen kurzen zusammenfassenden und keineswegs vollständigen überblick
über die Arbeiten des letzten Jahres zu geben (bezüglich weiterer Einzelheiten
sei auf einen in Arbeit befindlichen ausführlichen Bericht des SFB
über die gegenwärtige dreijährige Förderungsperiode verwiesen).
Breiten Raum nehmen in den Arbeiten zur Zeit solche Systeme ein, die neben
"gewöhnlichen" Phasen auch sogenannte strukturell inkommensurable Phasen
aufweisen, bei denen die dreidimensionale Gitterperiodizität mindestens ei-1er
physikalisch relevanten Kristalleigenschaft in einem bestimmten Tempe-