und es wird die Dynamik nichtlinearer Systeme, insbesondere die Reaktion au{f
barametrische Modulation in der Nähe von Bifurkationen, studiert.
Im vergangenen Jahr wurde in der Fachrichtung 11.2 "Experimentalphysik" verstärkt
an der Aufklärung der Bandstruktur der Edelmetalle gearbeitet. Diese
Systeme können als Modellsubstanz für Bandstrukturen von d-Elektronen angesehen
werden. Da diese Bandstrukturen noch kaum bekannt sind, andererseits aber
ganz wesentlich die optischen und elektronischen Eigenschaften beschreiben,
ist ihre Kenntnis von großem Interesse. So gelang es, die Bandstruktur von
Kupfer und Silber weitgehend experimentell zu bestimmen. Dabei konnten auch
über die Natur der Zustände in den Energielücken wichtige Erkenntnisse erzielt
werden. Ein weiterer Untersuchungskomplex befaßt sich mit der monoatomaren
und monomolekulearen Wechselwirkung von Sauerstoff mit metallischen
Oberflächen. Diese Studien dienen dazu, den Vorgang der 0xidation, der bisher
noch wenig verstanden ist, in seinen Grundlagen aufzuklären. Hier wurde einmal
gezeigt, daß es dabei im Fall für Sauerstoff auf Kupfer zu stark gerichteten
Bindungen kommt, und zum anderen wurde die Temperaturabhängigkeit der Sau
erstoff-Metall-Wechselwirkung im Zirkonium untersucht. Ferner standen Stoffeigenschaften
elektrisch nichtleitender kristalliner und polymerer Systeme,
die strukturelle Phasenübergänge zeigen, im Mittelpunkt des Interesses. Die
experimentellen Untersuchungen konzentrierten sich dabei auf die dielektrische
Dispersion im Tonfrequenz- und Mikrowellenbereich sowie auf die Analyse
optischer Streuspektren (Raman- und Brillouin-Spektroskopie), um Aussagen übe‘
die Dynamik der Umwandlunagsmechanismen zu gewinnen.
Die Untersuchung bekannter und die Entwicklung neuer ferroelektrischer Kristalle
und Werkstoffe wurde in der Fachrichtung 11.3 "Technische Physik" im
vergangenen Jahr konsequent weitergeführt. Dabei wurden thermische, dielektrische
und akustische Messungen sowie NMR-Spektroskopie und Computersimulationen
durchgeführt, um die Natur der Phasenübergänge aufzuklären und praktisch
anwendbare Stoffe, z.B. Keramiken und dünne Filme für Infrarot-Detektoren
zu finden. Besonderes Interesse galt Frustrationseffekten sowie inkommensurablen
und glasartigen Strukturen. Eines der neu entdeckten Ferroelektrika, das
Zetainarsenat, ist die erste Substanz, die eine Dielektrizitätskonstante von
über 10° besitzt. Schließlich wurde eine Meßbrücke entwickelt, die dielektrische
Messungen bis fast hinab zu Frequenzen von einem reziproken Tag ermöglicht;
sie soll zur Untersuchung von Mineralien und Polymeren eingesetzt werden.