wollen im Schikanieren. Es folgt eine Schilderung von angeblichen
Organisationsmängeln, ruppigen Umgangsformen und die Feststellung,
daß dies preußische Amtsstubenmentalität sei.
Ich schildere Ihnen das, um ein Echo von Ihnen zu erhalten und um Ihnen
zu versichern, daß ich mich bemühe, verletzendes Verhalten und falschen
Umgangston, wo immer möglich, abzubauen; zu lebhaft und unangenehm sind
mir nämlich solche Erinnerungen aus meiner eigenen Studentenzeit. Ich
meine, daß gerade wir Deutsche auf diesem Gebiet einiges zu lernen
haben. Wenn ich einzelnen Beschwerden noch nicht nachgegangen bin, die
berechtigt sein sollten, dann bitte ich im Namen unserer Universität
hierfür um Entschuldigung!
Janusköpfig wie wir sind, möchte ich bei der heutigen Gelegenheit
wieder mit Ihnen gemeinsam zurückschauen und vorwärtsblicken.
Wenn ich zurückschaue, dann ist der überwiegende Eindruck der Entwicklung
des vergangenen Jahres für unsere Universität ermutigend, und ich
möchte allen, die daran beteiligt waren, danken. Ich habe zu danken
unserem Parlament, unserer Regierung und allen Bürgern des Landes,
daß sie unter schwierigen Umständen viel für unsere Universität getan
haben, welche weniger einschneidende Veränderungen zu verkraften hatte
als andere Hochschulen.
Dennoch sind in der Ausbauphase eine Reihe ungelöster Probleme noch
dringender geworden, von denen ich nur die Öberlast an Lehrverpflichtungen,
zahlreiche räumliche und finanzielle Engpässe - etwa in der
wissenschaftlichen Literaturversorgung, sowie die unzureichende personelle
Ausstattung vieler wichtiger Professuren erwähnen will.
Um so mehr Dank gebührt unseren Professoren und Wissenschaftlern dafür,
daß sie in mehreren Bereichen ihre international anerkannten Forschungen
unbeirrt fortsetzten und daß sie damit wiederum - das darf der
Präsident befriedigt feststellen - zur Einwerbung beträchtlicher
Drittmittel beitrugen, an denen natürlich unser Land und die Hochschule
interessiert bleiben müssen.