Konrad Lorenz.
In unserem kleinen Land zeichnet sich gerade in diesen Tagen die Notwendigkeit
weiterer Nachtragshaushalte ab. Steuermindereinnahmen und erneute
"notwendige" Stahlhilfen erzwingen diese Maßnahme, Millionenbürgschaften
in eine ungewisse Zukunft werden vom Land getragen. Und während die Zinssätze
kleine und mittlere Unternehmen 1982 in großer Zahl zur Aufgabe
zwingen, verschuldet sich das Land weiter, auch um seine Universität, in
der seine Söhne und Töchter ausgebildet werden, zu finanzieren. Auch hier
zu gibt es keine Alternative, wie ich an anderer Stelle ausführte. Aber
es muß so etwas wie Solidarität von Universität geben in diesen schwierigen
Zeiten, denn wie könnte man sie sonst von anderen erwarten als von
denen, die hier eigentlich denken sollten.
Obwohl ich zu jenen "törichten" Universitätspräsidenten gehöre, die auf
dieses Problem vor Jahren aufmerksam machten und verdeutlichten, daß die
Universitäten gerade jetzt nicht sparen können, haben wir trotzdem in den
letzten Jahren Professuren eingespart, und wir haben in erster Lesung
einen Universitätsentwicklungsplan verabschiedet in dieser drangvollen
Situation, aber wir müssen auch bekennen, daß wir dann damit gleichzeitig
die Zahl der Studienplätze reduzieren.
Zielvorstellungen wie "flexibel zu bleiben" und "das Richtige heute für
morgen zu tun", erfordern, sich gerade dann mit der mittel- und langfristigen
Entwicklung einer Universität auseinanderzusetzen, gerade dann, wenn
die finanziellen Randbedingungen keine Expansion, sondern nur Umverteilungen,
Einschränkungen und Schwerpunktbildungen erlauben. Universitätsentwicklungsplanung
ist aus universitärem Selbstverständnis heraus Pflicht.
nicht also nur notwendig, weil bereits das Saarländische Universitätsgesetz
von 1971, lange vor dem Hochschulrahmengesetz. dies verbindlich
vorschrieb.