Full text : 9.1981/82 (0009)

Konrad Lorenz.

In unserem kleinen Land zeichnet sich gerade in diesen Tagen die Notwendigkeit

 weiterer Nachtragshaushalte ab. Steuermindereinnahmen und erneute

"notwendige" Stahlhilfen erzwingen diese Maßnahme, Millionenbürgschaften

in eine ungewisse Zukunft werden vom Land getragen. Und während die Zinssätze
 kleine und mittlere Unternehmen 1982 in großer Zahl zur Aufgabe

zwingen, verschuldet sich das Land weiter, auch um seine Universität, in

der seine Söhne und Töchter ausgebildet werden, zu finanzieren. Auch hier

zu gibt es keine Alternative, wie ich an anderer Stelle ausführte. Aber

es muß so etwas wie Solidarität von Universität geben in diesen schwierigen

 Zeiten, denn wie könnte man sie sonst von anderen erwarten als von

denen, die hier eigentlich denken sollten.

Obwohl ich zu jenen "törichten" Universitätspräsidenten gehöre, die auf
dieses Problem vor Jahren aufmerksam machten und verdeutlichten, daß die
Universitäten gerade jetzt nicht sparen können, haben wir trotzdem in den
letzten Jahren Professuren eingespart, und wir haben in erster Lesung
einen Universitätsentwicklungsplan verabschiedet in dieser drangvollen
Situation, aber wir müssen auch bekennen, daß wir dann damit gleichzeitig
die Zahl der Studienplätze reduzieren.

Zielvorstellungen wie "flexibel zu bleiben" und "das Richtige heute für
morgen zu tun", erfordern, sich gerade dann mit der mittel- und langfristigen

 Entwicklung einer Universität auseinanderzusetzen, gerade dann, wenn
die finanziellen Randbedingungen keine Expansion, sondern nur Umverteilungen,

 Einschränkungen und Schwerpunktbildungen erlauben. Universitätsentwicklungsplanung
 ist aus universitärem Selbstverständnis heraus Pflicht.

nicht also nur notwendig, weil bereits das Saarländische Universitätsgesetz

 von 1971, lange vor dem Hochschulrahmengesetz. dies verbindlich

vorschrieb.
            
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