solche Projektion durch die Ereignisse der kommenden Jahre und durch
die Zielvorstellungen der Gesellschaft wieder verändert wird. Ich habe
im vergangenen Jahr an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen, daß
die Universität nicht alles planen kann, ja gar nicht alles planen
sollte. Aber wir sind in der Situation eines Kapitäns, der zwar die
Außenbedingungen nur wenig beeinflussen kann, der aber bestimmt, mit
welcher Mannschaft gesegelt wird. Mit einer guten Mannschaft wird er
die unberechenbaren und unbekannten Einflüsse meistern. Eine Universität
ist nur so gut wie ihre Professoren. Eine qualitative Berufungspolitik
ist daher das Entscheidendste für die Gegenwart und die Zukunft.
Wir sind glücklich darüber, daß wir auch im vergangenen Jahr hervorragende
Forscher für unsere Universität gewinnen und andere davon abhalten
konnten, diese Universität zu verlassen. Die insgesamt positive Bilanz
in diesem Bereich trotz der Zwänge unseres Haushaltsgesetzes ist
vielleicht das Erstaunlichste an dem vergangenen Jahr. Wie immer ein
Strukturplan für diese Universität aussehen mag, er muß auf jeden Fall
garantieren, daß wir weiter die erste Wahl an unsere Universität berufen
können. Für die zweite Wahl darf das Land kein Geld ausgeben. Die
notwendigen Voraussetzungen für diese Politik muß die Regierung, muß
der Landtaq schaffen. Das nenne ich die dritte Revision.
Lassen Sie mich noch einmal zusammenfassen, was ich für richtig und
unabdingbar halte: Einführung von Studiengebühren, die Auswahl der
Studienbewerber durch die Universitäten und Verständnis und die Mittel
für eine Berufungspolitik, welche die besten Forscher an die Universität
bringt.
Die Gesellschaft, meine Damen und Herren, erwartet von uns Leistungen
für das Geld, das sie uns gibt. Daher sollten wir auch von unseren Studenten
etwas fordern dürfen. Ich habe vorhin vom Kategorischen gesprochen,
ich möchte aber damit nicht schließen. Studium und Wissenschaft
sollen auch Freude machen und können sehr viel Freude machen, qlauben
Sie mir das bitte. Ohne die Freude entwickeln wir nicht den Optimismus,
den wir brauchen, um die kommenden Jahre zu überstehen. Die ewigen Nörgler
und die, welche nur fordern aber nicht leisten, dürfen unser Svstem nicht
bestimmen. In diesem Sinne, meine Damen und Herren, liebe junge Kommilitoninnen
und Kommilitonen, wünsche ich Ihnen und uns allen ein erfolgreiches
und fröhliches Studienjahr.
Ich danke Ihnen.