Full text : 8.1980/81 (0008)

solche Projektion durch die Ereignisse der kommenden Jahre und durch
die Zielvorstellungen der Gesellschaft wieder verändert wird. Ich habe
im vergangenen Jahr an dieser Stelle bereits darauf hingewiesen, daß
die Universität nicht alles planen kann, ja gar nicht alles planen
sollte. Aber wir sind in der Situation eines Kapitäns, der zwar die
Außenbedingungen nur wenig beeinflussen kann, der aber bestimmt, mit
welcher Mannschaft gesegelt wird. Mit einer guten Mannschaft wird er
die unberechenbaren und unbekannten Einflüsse meistern. Eine Universität
 ist nur so gut wie ihre Professoren. Eine qualitative Berufungspolitik
 ist daher das Entscheidendste für die Gegenwart und die Zukunft.
Wir sind glücklich darüber, daß wir auch im vergangenen Jahr hervorragende
 Forscher für unsere Universität gewinnen und andere davon abhalten
 konnten, diese Universität zu verlassen. Die insgesamt positive Bilanz
 in diesem Bereich trotz der Zwänge unseres Haushaltsgesetzes ist
vielleicht das Erstaunlichste an dem vergangenen Jahr. Wie immer ein
Strukturplan für diese Universität aussehen mag, er muß auf jeden Fall
garantieren, daß wir weiter die erste Wahl an unsere Universität berufen
 können. Für die zweite Wahl darf das Land kein Geld ausgeben. Die

notwendigen Voraussetzungen für diese Politik muß die Regierung, muß
der Landtaq schaffen. Das nenne ich die dritte Revision.

Lassen Sie mich noch einmal zusammenfassen, was ich für richtig und

unabdingbar halte: Einführung von Studiengebühren, die Auswahl der
Studienbewerber durch die Universitäten und Verständnis und die Mittel
 für eine Berufungspolitik, welche die besten Forscher an die Universität
 bringt.

Die Gesellschaft, meine Damen und Herren, erwartet von uns Leistungen
für das Geld, das sie uns gibt. Daher sollten wir auch von unseren Studenten
 etwas fordern dürfen. Ich habe vorhin vom Kategorischen gesprochen,
 ich möchte aber damit nicht schließen. Studium und Wissenschaft
sollen auch Freude machen und können sehr viel Freude machen, qlauben
Sie mir das bitte. Ohne die Freude entwickeln wir nicht den Optimismus,
den wir brauchen, um die kommenden Jahre zu überstehen. Die ewigen Nörgler
und die, welche nur fordern aber nicht leisten, dürfen unser Svstem nicht
bestimmen. In diesem Sinne, meine Damen und Herren, liebe junge Kommilitoninnen
 und Kommilitonen, wünsche ich Ihnen und uns allen ein erfolgreiches

 und fröhliches Studienjahr.

Ich danke Ihnen.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.