Full text : 1.1973/74 (0001)

Verbesserung bedeuten, daß sie nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck sind,
nämlich den ureigensten Aufgaben der Universität in Forschung und Lehre zu dienen.

Hierzu gehört auch, daß wir über einen längeren Zeitraum hinweg Erfahrungen mit

dem neuen Selbstverwaltungssystem und den Fachbereichsstrukturen sammeln und

- auch im Hinblick auf deren Effizienz - sorgfältig sichten, um zu einem späteren
Zeitpunkt wohlbegründet und überlegt wirkliche Verbesserungen an der Universitätsverfassung
 vornehmen zu können, ohne der Gefahr eines ständigen Experimentierens

zu erliegen.

2 Das Erreichen der Grenzen des Wachstums der Universität des Saarlandes ist
die zweite entscheidende Wende in der Entwicklung unserer Universität. Wir haben
erkennen müssen, daß das Haushaltsaufkommen für eine Universität mit etwa 11 000
Studenten die Grenze der Belastbarkeit eines Landes mit ca. 1,1 Millionen Einwohnern
 ziemlich erreicht hat.

Durch die inflationäre allgemeine Entwicklung erreicht der Gesamthaushalt der Universität

 zusammen mit den Ausgaben für die Universitätskliniken in diesem Jahr einen
 Zuschußbedarf von über 150 Millionen DM.

Zugleich hat die Personalkostenentwicklung in den letzten Jahren dazu geführt,
daß der Anteil der Personalkosten am Gesamthaushaltsvolumen von 64 % im Jahre
1968 auf zirka 85 % im Voranschlag für das Jahr 1975 gestiegen ist. Das bedeutet.
daß die Sachinvestitionen langsam von den Personalkosten absorbiert werden - und
dies in einem Zeitraum, in dem wesentliche bauliche Investitionen in der Universität
 nicht mehr stattfinden.

Soll die Qualität der von der Universität bereitgestellten Studienplätze erhalten
oder gar verbessert werden, soll die Universität auch weiterhin in der wissenschaftlichen

 Forschung im internationalen Wettbewerb bestehen und dazu beitragen können,
 die Zukunfisaufgaben der Menschheit zu bewältigen, so muß bei der zukünftigen
 Entwicklung einem weiteren Anstieg der Studentenzahlen ein deutliches Haltesignal
 gesetzt werden.

Aufrechterhaltung der Qualität von Forschung und Lehre bedeutet Bereitstellung von
Mitteln zur ständigen Erneuerung und Ergänzung des wissenschaftlichen Inven-
            
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