Full text : 3.1930/31 (0003)

Südwestdeutsche Heimatblätter
in diesem Schreiben getane Erklärung von sich gegeben die Weiterleitung vorzunehmen hatten, eine Bummelei
hätten und wie die Ordre auf heute sich dahier eingu- dermuteten, d. h. daß das Schreiben in Hände geriet,
finden, von Neunkirchen aus ihnen zugegangen seie, sie »ie nichts damit zu tun hatten. aber auch ihrerfeits nichts
hingegen von einem Circulare wornach 8 bis 10 recht. xranlaßten.
schaffene Deputierten aus der ganzen Herrschaft sich an⸗ Kehren wir nun wieder in die Septembertage zurück,
seute zu Jägersberg einfinden sollten, nichts erfahren im die verschiedenartigsten Wünsche der Unterianen aus
jätten.“ Das stimmt mit der Angabe des oben zitierten hren „Untertänigsten Bitten“ zu vernehmen.
Linxweiler überein. „Sie hätten“, so führten sie weiter Wir beginnen mit der Gemeinde Neunkirchen. Gegen
aus, „sich nun aber dahier eingefunden, nicht aber in ẽEnde des Monats trat sie an die Regierung herau mit
der Absicht, denen Neunkircher z3u folgen. vielweniger der Bitte um Abtstellung verschiedener Beschwerden. Der
neue Unruhen anzufangen. sondern sich vielmehr von Zorsteher und einige Deputierle wurden daraufhin qum
elbigen zu trennen, weil sie, mit dem, Betragen, der nündlichen Vorbringen ihrer Sache nach Ottweiler de—
ã dinieg ree * chieden. Es ergaben sich folgende Punkie:
selbigen machen wollen (). und wann die Neunkircher he l 3 hed inn bs
sich die Zukunft ruhiger und vernünftiger betragen —— öö— ipnerhot des
vürden, so seie zwar nicht die Absicht selbige von denen 86 vBin ist ohm vecres klar, waren doch die
übrigen Untertanen auszuschließen sondern sie wollten früchte innerhalbdes Zaunes den Beschaͤdi ne
nur sich deutlicher dahin erklären, daß sie an dergleichen zerstörungen durch das Wild, defouders die he e
Unordnungen keinen Anteil nehmen wollten noch ehr ehe Da nun kein Unterban das Recht h e
Den iye * Wene — n ere er⸗ a * —— eeintern egz et e
alten hätten gewiß anheute dur eputierten zu Jä⸗ „f F a IIr m—
jersberg sich eingefunden haben, weil fie die Intentlon u eehet ee hewiat der Sine
e 8 e a eine ensecber ue ange —868 vom Zehnten — en a
sehen und nichts mehr wün als daß g
Ruhe alsbald wieder hergestellet und sie fernerhin als maern e Punkt betraf das Instandhalten der Reit
jgetreue Untertanen angesehen werden möchten“ Ier me ʒ qe V er
. zrücken „in den Waldbächen Die Untertanen hatten
5 — rh vpedg Indu ie den ich gegen diese Fronden gewehrt Der Fürft verfügte
der Wesensa er Untertanen. as lodernde * ude
d aeteeiebs jettiteeer Geigee atger aß, falls ste auf eine Benutzung dieser Brücken ihrer
eits verzichteten, sie von den Fronden zur Unterhaltung
Flamme emporstürmte, hatte nur geringen Widerschetn rei seien andernfall⸗ müffe beim alten Zuftande
Jefunden. Diese gepie sind we —X entfernt. r ide en es
ürsten an den Kragen zu gehen. enn man ihnen e Jgahsch n
3 nur ineruaee in ihren berechtigten Wün“'chen be 5
tenamnn, — qe ie wieden — eidenschaft Ludwigs häufig seinen Befuch und dangt
zehen „und sich ni n n per, Rur d eine Menge Hand- und Spanndienste aller Art. Der
herrschenden Schwindel betören lassen Die Wühlarbeit Aufenshalt dauerte, da der Fuürst hern auf Jgersbet
anzösischer Snitsfärez die ichertich damals im Gehemen ueüthaut wetthdede uhs WhenGrheraenh
überall auch in den Grafschaften tätig waren hatte nicht ii ehd, das Recht zur Abhaltung von doei
— eie mund sädtice Waärkten das hmn sonst ae Doth nihte uestanden van
ene um so nachdrücklicher au en woörderung der Dih wollte bh Fe — p gey
Das Oberamt nahm nun, getreu seinen vorge- aung seiner umfangreichen Hoshaltung gefichert wissen
schriebenen „Kriegsarikeln“ die Erschienenen gehörig eeden — an
dozwischen und maͤchte ihnen ebenso dringliche wie ernste dust as ver. w zur „Genehmigung
* vorgeschlagen. Eine Anderung bzw. die Aufhebung der
nen ehed von rem dieer Wriren Kerpflichtungen kam aber erft duͤrch das spöfer noch zu
blassen, un de isherige angmut un ildent 6 334 —
—— I — Nöntee ede ütierende Generäl-Dekret vom 27. Jenner i700.
rigenfalls sie sich selbsten zuzuschreiben hätten. wann fie Die Neunkircher Gemeindsleute müssen wohl ehemals
durch Zwangsmittel zu ihrem eigenen und ihres gnädig- das Recht der freien Fischerei in der Blies gehabt haben.
ten Landesherrn größten Schaden in Ordnung und 'as ihnen inzwischen aber vom Oberforstamt streitig
Zaum gehalten werden müßten“ Die braven Schöffen et men Sa een Di Ine dee n
hersicherten wiederholt „wie sie noch nie die Absicht Zlage an dasselbe n ihr,!
gehabs hätten sich gegen ihre gnädigste Herrschaff auf- es ihnen streitig gemacht werde, auf gerichtlichem Wege
zulehnen und der vernünftine Teil unter ihnen der⸗ zu, suchen.
gleichen Betragen verabscheue (/1. Sie wünschten auch Unter 5 beschwerten sich die Untertanen gegen das
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verden möchten. damit nicht am Ende der unschuldige ge ihr eschwerde en ihnen die fürstlich
ind rechtschaffene Untertan mit dem schuldigen und Kersprechungen. Esei ihnen, wie sie erklärten. durch
iederlichen Untertan leiden dürfte“ Die Schöffen wollen VBerfügung vom, 18 Juli 1781 bereits zugesichert worden,
ruch den Fürsten in Jägersberg nicht warten lafsen Sie aß keine, weiteren Schutziuden mehr angenommen
vollen sogleich 8 bis 10 vernünftige Deputierto gus vdürden. Sie baten deshalb ihnen diese Verfügung durch
hren Milteln nach Jägersburg beordern. zum die in besonderes Dekret zu bekräftigen Ein anderer Be⸗
rnädiaste Wilkensmeinung Ihro Hochfl. Durchl befonders dwerdegrund war das vom, Fürsten den jüdischen Ge
soviel ihre Hauptbeschwerungspunkten in Ansehung der neindegliedern gestattete Recht der Sonntagsweide Da—
Frohnden betrifft“ zu vernehmen. Sie drückten, die Agen enehe sich schon ded gItrpen emrt dr
doffnung aus. „daß, auf diesem, Weg sothane Beschwe— urst habeg nen in, einem Dekret vom blowbe
aee zur, höchsten Zufriedenheit Ihrot Hochfl. 778, ihre Bitte erfüllt und den Juden die Weide abge—
Durchl und zu ihrer eigenen Zufriedenheit auf einmal e dn Ase ien ege I8.
derde abgehoifen werden“ g. daß nicht mehr als 105 amilien in Neunkirchen
Der Fürst muß wohl indessen mit einiger Besoranis den eduldet werden sollten und daß ferner ke ine neuen
zommenden Dingen entgegengeschaut haben, besonders ßenehmigungen erteilt würden, bis sich ihre Zahl auf
als die Deputation nicht zur festgesetzten Zeit erschiten. O vermindert habe
kine eigenhündige Bemerkung auf dem eben zitierten Weiter führten die Neunkircher Beschwerde wegen der
Bericht des Oberamts klingt geradezu wie ein befreites Ohmgeldabgabe der Wirte, die in ihrem Orf zu einem
Aufatmen. Er schreibt, als ihm die Deputierten ge- höheren Sätz berechnet wurde als dies sonst bei Wirten
neldet werden: auf dem Lande geschah. Die Neunkircher Wirte wurden
„Zu, meinem größten Veranügen sind die Deputierten daraufhin den übrigen Land-Wirten gleichgestellt
hei mir und jetzt muß doch unsersucht werden, wer den Punkt 7 ist leider aus dem Protokoll nicht zu er—
Befehl unterschlagen hat.“ Ludwig zennen Unter 8 müssen die Gemeindsleute um Gestat—
Ueber die Untersuchung liegt uns ein Aktenstück vor. uung gewisser Wege durch den Wald gebeten haben, die
Aus ihm geht hervor daß die befragten Personen, die auf fürstlicher Verordnung (wohl wegen des dort durd,

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