Full text : 3.1930/31 (0003)

Südwestdeutsche Heimatblätter

Nr. 2

„demnach die Kirch zu Folcklingen durch das franzö—
ische Volk, welche daselbst ein Zeitlang Quartier gehobt,
obel zugericht worde, den Sie fever darinn gehabt vad
Jantz schwarz worden. Alß ist dieselbe wider zu weyssen
Bartel dünchern verdingt worden“.
Die schon oben erwähnten Bauten am Schiff im Jahre
1737 finden sich auch in diesen Rechnungen. Unter den
Handwerkern werden folgende namentlich aufgeführt:
Der Maurer Nickel Kläger, der Steinhauer Johannes
demuth von Bübingen, der Zimmermeister Paul Buck—
isch von Saarbrücken, der Schreiner Andreas Meßner

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M.edcit

iind erst spüter eingebrochen. Die Glockenstube hat
pitzbogige Schallfenster. die auf rechteckigen abgekan;
teten Pfeilern mit Volutenkämpfern gekuppelt sind
Diese Form des 13. Jahrhunderts ist nur noch im Ost
fenster rein erhalten. während sie bei den übrigen sPöter
in vereinfachter Form erneuert wurde. Das Schiff im
heutigen Zustande stammt aus dem Jahre 1737 (Jahres.-zahl
 über dem Portal). Es war ein einfacher Saal
bon drei Fensterachsen. Im Westen befand sich eine
Orgelempore. An dieses Schiff wurde im Jahre 1883
ein Querhaus mit Chor angebaut. Dies ist der Bestand.
vie er sich heute darstellt.
Die Baugeschichte wird erhellt durch cinige Akten—
unde, die ich hier mitteile.
Im Jahre 1618 heißt es in den Saarbrücker Synodal-Protokollen
 im Stifts-Archiv St. Arnual:
„zu Völklingen sind der Thurn und das Corpus sehr
daufällig und bedörffen besserung“.
Näheres erfahren wir aus den verschiebenen Bänden
der Saarbrücker Kirchschafsneirechnungen, ebenfalls im
Stiftsarchis St. Arnual. 1634 hören wir:

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von Saarbrücken (Tür u. Decke), der Schreiner Theobald
Sithor (Kanzel), die Schreiner Bastian Helbrecht und
Johannes Küpsermüller von Völklingen (EKirchenstühle.
Treppe, Sakristeitür usf.) der Schlosser Bäuerlein von
Zaarbrücken, der Schmied Heinrich Wagner von Völk—
ingen und Anna-Maria Engelmann Wwe,, der Nagel-—
chmied Matthäus Bier von St. Johann. die Laiendecker
Jacob Lautemann und Leonhard Klein in Saarbrüchken
ind der Glaser Samuel Becker.
Ein Plan, den ich bei Akten im Staats-Archiv zu
Koblenz (Abt. 22 Nr. 29 85) fand und den ich hier mit—

Lachsfunm.

teile, versetzt uns nun in die Lage, etwas ausführlicher
den Bau kennenzulernen.
Nach den dortigen Akten aus dem Jahre 17388 erhält
der Jimmermann Paulus Bucklisch eine Nachforderung
von 30 fl. wegen gehabter Arbeit „so ist bey dem mit
Ihme anfangs da nur das Schiff der Kirchen durch hercus—
ückung der fordern Mauer in etwas erweitert werden
ollen 120 fl. getroffene accordt schon vorbehalten
die Arbeit noch etwas näher: „Es hat sich nemlich bey
            
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