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Südwestdeutsche Heimatblätter.
Nr.7
Huneler lehnsrührigen Lehn, belehnt zu sein. In einer
mderen Lehnsurkunde wird Leonhard von Konsdorf auch
mit den bisher von der Familie Hesse von Hilbringen
innegehabten Gütern zu Burgesch, einem Hause zu Mer⸗
ig und dem Burgsitz zu Hilbringen nebst Zubehör be—
lehnt. Wegen dieses Buͤrgsitzes wird das Geschlecht von
Koensdorf auch wohl von Hilbringen genanat. Leon—
zards Sohn. Reinhard von Koenstorff, genannt von Hil⸗
zrngen, bekennt 1574 in zwei Lehnsbriefen, alle ge—
dannten Güter von dem Grafen von Sayn als Lehn
empfangen zu haben. Das Wappen derer von Koensdorf
var' ein Schild mit einem Zickzackbalken, welcher von
deonhard 1563 schräg, von seinem Sohn Reinhard 1574
ruer geführt wird.
Andere namhafte ritterbürtige Geschlechter hatten ihren
Stammfitz auf Burg Esch in der Nähe der heutigen
Reichsgrenze. Urkundlich werden 1346 Hesso von Esch.,
1383, 87, 82, Ensfried von Esch, und 1888 Bertram von
Esch, letzterer als Abt zu Mettlach, genannt, Im Jahre
1388 wär Ensfried von Esch Vasall der Grafen von
Rassau-Saarbrüchen. Sein Sohn Gerhard wurde 1430
nit Gütern zu Rimersweiler, Exweiler, Friemersdorf
usw. belehnt. Wahrscheinlich war Johann, Edelknecht von
Tsch, dessen Bruder. Hesso, ein Sohn Johannes, wurde
l430 mit Rimersweiler und Exweiler belehnt. Dessen
Sohn Jakob erhielt 1473 als Lehn die Mühle von Mer—
ig, Guͤter zu Rimersweiler und Exweiler und die Dörfer
hiechern und Friemersdorf. Sein Sohn Wilhelm war der
etzte männliche Sproß. Seine einzige Tochter Marga—
teta vermählte sich 1512 mit Caspar von Kerpen, welcher
nit einem Teil'von Esch belehnt wurde. Im 16. Jahr—
zundert kam dann die Herrschaft Esch (Burg-, Ober—
hittel- und Dorf-Esch) an die Herrn von Cronberg.
ilvich von Cronberg verkaufte diese wieder an seine
Schwester Anna, die mit Hans von Kerpen vermählt
var. 'Im 17. Jahrhundert' kam, die Herrschaft an die
Familie von Hasn, von der sie wieder ein gewisser
Johann Carl Marquis von Villers erheiratete.
Das edle Geschlecht von Hasn wird, schon 1876 er—
vpähnt. Emich und Peter vom Hane erschienen 14441 im
Luxemburgischen. Die Familie besaß längere Zeit Burg
Esch, die sie 1620 von der Familie von Kerpen erwarb
ẽ*5 war Peter von Hasën, der die Burg erstand und 1636
tarb. Sein Sohn Sothar von Hasn, Herr zu Burgesch
ind Schwerdorfe(f 1691), wurde in des hl. Römischen
seiches Ritterstand und später in den Freiherrnstand er—
oben. Er hinterließ vier Söhne. Der älteste Philipp
Franz Freiherr von Haën, Herr zu Burgesch, starb als
panischer Hauptmann im Jahre 1728 und hinterließ zwei
Söhne. Der ältere Lothar Ignarz Freiherr von Haën,
ẽrbherr der väterlichen Güter, starb als Hauptmann der
Wallonischen Garde des Königs von Spanien 1757, ohne
Zinder zu hinterlassen. Der jüngere Gottfried Freiherr
dvon Haaͤn, Oberst in spanischen Diensten, verstarb ohne
Rachfölger in Diedenhosen. Die jüngste Schwester der
Brüder, Katharina von Hasëön, heiratete 1726 den Mar—
suis Johann Carl de Villers und brachte ihm damit
Burg-Esch und andere Güter zu. Das Wappen derer
pon Hasn ist ein goldener Schild mit einer Freiherrn—
zrone und einem schwarzen Hahn.
Das Geschlecht von Villers, das seit 1726 im Be—
itze von Burg Esch war, stammt aus dem Herzogtum
Burgund, wo es in der Nähe der Stadt Poligny be—
deutenden Grundbesitz hatte. Johann Karl, der sich 1726
nit Katharine Francoise Beatrix Baronesse von Hasën,
ẽrbin von Burg⸗Esch, vermählt hatte, stärb als Oberst⸗
eutnant im französischen Regiment Bussigny auf seinem
Schloß bei Longwy im Jahre 1752. Seine Güter erbte
sein Sohn Johann Karl Adam, der bei der frangösischen
Zavallerie äls Oberstleutnant stand. Er starb 1808. Von
seinem ältesten Sohne Ludwig Jakob (f 1844) stammt
der heute noch im Rheinland blühende Zweig der Familie.
Der älteste Sohn dieses Ludwig Jakob, Ludwig Viktor,
krat zuerst in preußische Zivildienste und war später Re—
Jierungspräsident von Koblenz und Besitzer von Burg—
kisch. Bei der Grenzregulierung von 1829 fiel Burg-Esch
in Frankreich, an das es 1918 wieder zurückfiel. Das
Wappen des Geschlechtes ist ein gevierteter Schild mit
aufgelegtem Herzschild, in dessen rotem Felde zwischen
zwei schmalen silbernen Rechtsschrägbalken drei silberne
Zterne stehen.
Schwer zu lokalisieren ist das Geschlecht derer von
Rolingen. Ein Tilemann von Rolingen wird urkund—
ich 1444 mit Johannes Hesse von Hilbringen und dessen
Frau erwähnt. Tilemann von Rolingen siegelte mit
inem Schilde, worin fünf Balken waren, über denen an
»er Hauptstelle ein dreilätziger Turnierkragen schwebte.
Aehnlich wie bei dem Geschlecht von Rolingen ist auch
»er Stammsitz derer von Ryptingen nicht einwand—
rei zu deuten. Vielleicht ist mit Ryptingen das Dorf
sipphingen bei Merzig identisch. Peter von Ryptingen,
jenannt Munkler, trägt 1419 dem Erzbischof Otto von
kdrier alle seine Allodien zu Ryptingen zu Lehn auf. Er
iegelt mit einem Schilde, in dem ein von vier Klee—
Rättern begleiteter Löwe steht. Dagegen führt 1437 ein
ẽrhard von Ryptingen nur den Löwen im Schilde.
Das Geschlecht von Rammelfingen hatte seinen
Zztammsitz im heutigen Rammelfangen zwischen Niedalt—
zorf und Wallerfangen. Von diesem Geschlecht wird ein
donrad von Rammelfingen 1346 urkundlich erwähnt.
Der Stammsitz des Geschlechtes von Redelingen
var das Dorf Rehlingen nördlich von Dillingen. In einer
Urkunde von 1337 erscheint Nicolaus de Redelingen und
344 dessen Söhne Matthias, Walter, Nikolaus, Heinrich
ind Arnold. Zuletzt wird 1377 Johann von Redelingen,
senannt von Hettigen, erwähnt. Das Wappen der Familie
var nach dem Balduineum, in dem um 1340 ein de Rede—
ingen als trierischer Burgmann zu Saarburg erscheint,
in silberner Schild mit einem von drei silbernen
jtuscheln belegten roten Rechtsschrägbalken, auf dem ein
chwarzer Vogel erkennbar ist. Mit diesem Wappen
immen auch die Siegel überein, die aber sämtlich den
zogel nicht zeigen. Als Kleinod dienten zwei Büffel—
jörner ohne Mündung, welche gewöhnlich mit dem
zchildesschrägbalken belegt und außen mit je fünf
SZtraußfedern besteckt waren. Eine Abweichung davon
eigen die Siegel des Matthias von Redelingen vom
Jahre 1339 und des Johann von Redelingen von 1377,
sie zwar die Hörner mit den drei Muscheln aufweisen,
aber ohne die Straußfedern. Auch das Siegel des
MNattheus II. von Jahre 1859 hat keine Straußfedern
ind führt die Hörner außen mit je einem gezahnten
damme nebst den Muscheln.
Die vritterbürtigen Geschlechte von Siersberg
varen Vasallen und Burgmannen der Edelherrn von
Zziersberg. Von letzteren wird bereits 1181 ein Arnol—
hus de Siersberg erwähnt. Einer seiner Nachkommen,
dohannes de Siersberg, heiratete 1232 Mathilde, die
kochter des Grafen Ludwig von Saarbrücken. Zu dessen
zasallen gehörte das Geschlecht von Siersberg, aus
em 1241 Johannes dominus de Siersperch mit einem
zchilde siegelte, der in sechs Teile geteilt war und im
beren, drifsten und fünften Teile mit je drei Kugeln be—
egt war. Außer diesem Johannes de Siersperch werden
chon 1214 Isenbardus de Sigersberch, filius domini
torieci, Bartholomeus, filius Bartholomei, Siberius, Mar—
ilius, Wilhelmus, Conradus clarus, milites de Sigers—
erch, erwähnt.
Auch das Geschlecht der Kern von Siersberg
iente als Burgmannengeschlecht den Edelherrn von
Ziersberg. Im Jahre 1429 wird Girat Kernes de Siers—
erg in einer Fehde mit der Stadt Metz urkundlich auf⸗
zefüͤhrt. Ein Gerhard Kern von Siersberg bekennt 1438.
‚on Arnold von Sirk, Herr zu Moneler, mit Renten von
zwemelingen belehnt zu sein. Als Wappen führten die
dern von Siersberg einen Schild mit Zickzackbalken,
essen Helm einen Brandpfeil oder eine von einem Pfeil
chräg durchbohrte Kugel zwischen zwei Büffelhörnern
eigt.
Am Unterlauf der Prims war schon im 11. Jahr—
jundert das Geschlecht von Nagilbach (VNalbach) be—
seimatet. Arnulf de Nagelbach erscheint 1036 im Testa—
nent des Propstes Adalbert von S. Paulin, Trier. Im
dahre 1200 trifft Adelbertus de Nagilbach advocatus
Vogt) ein Abkommen mit dem Stift S. Simeon zu Trier
ber die Vogteirechte zu Nagilbach. Rudolfus de Nayl—
ach armiger erscheint 1328 als trierischer Burgmann,
elehnt mit Gütern zu Lebach, Hitzensdorff usw. Seine
Vitwe Agnes und sein Sohn Roemund de Naylbach
zommen noch 1333 und 1344 urkundlich vor. Nach einem
ziegel Rudolffs von Naylbach vom Jahre 1328 und nach