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Erinnerung. Der Aufstieg des Lachs nach hier nahm in
der Zeit von 1900 bis 1910 sein Ende. Die Besetzung der
Saar mit Junglachsbrut lag nach dem Verteilungsplan
»er internationalen Lachskommission vom Jahre 1897
Holland ob — Die staatlhiche Salmfangstelle
nder Primsmündung bei Dillingen gehört mit
weiteren Fangstellen flußaufwärts noch unserer Zeit an
— Und noch sind alte Bliesfischer am Leben, die uns aus
alten, fischereifreiheitlichen Zeiten vor Erlaß des Fischerei—
gesetzes (1874) noch den Fang stattlicher Salme im
ungen Lauf der Blies dort um St. Wendel
ꝛezeugen — Im Jahre 1892 brachte der preußische Staat,
vie auch in späterer Zeit wiederholt noch, in der Nied
50 000, in der Prims 150 000 und in der Blies 100000
Junglachse zur Einsetzung, die der Fischbrutanstalt zu
Zaarburg entstammten,
Südwestdeutsche Heimatblätter.
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ur Stunde noch lebhaft betriebene und sich verlohnende
zalmfang des Bezirkes Trier in der Mosel selbst, den
hunsrückflüßchen Dhron, Ruwer und Nahe sowie
näden eifelflussen und -Bächen Elz, Als, Lieser,
Salm, Kyll, Prüm mit Enz und Nims, sowie
ZzZauermit Ourund Klerfbedeuten. Die Mosel hat von
illen rheinischen Lachswässern die günstigsten Aufstiegoer—
sältnisse. Und während alle anderen in kürzerer oder wei—
erer Entsernung von der Mündung durch unübersteig—
»are Wehrbauten abgesperrt sind, haben Mosel und Sauer
uf rheinpreußischem Gebiet keinerlei Hindernisse dieser
rt. Vie Nahe ist als Salmwasser nur noch wenig be—
»eutend und läßt den Aufstieg des Lachs hauptsächlich
iur bis zum Genzinger Wehr und allenfalls noch bis
dirn zu. Dhron und Ruwer entspringen mit kalt—
laren Quellgrunden dem Taunusquarzitgestein des
zoch- und Idarwaldes und eilen in von Blockhalden und
zergforsten romantisch gestalteten Durchbruchstälern zur
Nosel hinab Aehnlich entquellen auch die Eifsel;
vässer den Devonformationen der wasserscheidenden
zodenschwellen der Prümscheid und der Schneifel sowie
en Ardennen als kristallhelle Bergwässer, die dann durch
ief eingesägte, örtlich wild zerklüftete und waldbeschattete
tinnen der Mosel zueilen. Allesamt sind typische und
anz ausgezeichnete Salmonidenwässer, die seit Urzeiten
chon dem Lachs sehr geeignete Laichgründe und seiner
srut gastliche Wiege- und Werdestätte boten. Von der
ẽrfahrung geleitet werden in diesen Wasserläufen die
zalmfangstellen zumeist in dem Unterlauf betrieben, wo
ie Wasser- und Ausfsstiegverhältnisse und Sonderheiten
es hier einziehenden Lachs den Fang am einträglichsten
zestalten. Der Zug der Salme hält naturgemäß nicht
illenthalben in diesen größeren Fluß- und Bachläufen
une, sondern verteilt sich von ihnen aus auch in kleine
ind kleinste Seitenrinnen, Und nicht selten werden Laich—
ische hoch droben in Eifelbächen angetroffen, wo der ge—
inge Wasserstand ihnen vielsach zum Verhängnis wird
Im Moselwasser selbst kommen allenthalben auf—
teigende Salme zur Erbeutung Doch sind hier in Fluß—
oden- und Strömungsverhältnissen bedingte besonders
zünstige Lachsfangstellen seit altersher bekannt und ge—
icht. Als solche seien die bei den berühmten Weinorten
derzig und Neumagen gelegenen hier erwähnt.
Dhron und Ruwer waren ehedem ganz hervorragende
dachswässer sind heute aber durch Wehre und Sperren
m Unterlauf für den Laichfisch nicht mehr zugänglich.
dur die Müindungsausgänge dieser Hunsrückwässer haben
urzeit noch betriebene Lachsfänge, so der Dhronbach
ahe dem Torf Dhron In der Ruwer war der Salm—
ang im Ausgang des Flusses zur Mosel hin mit Fang—
rgebnissen von zuweilen 20—30 Fischen in einer Nach!
esonders berühmt. Die 13 Kilometer flußaufwärts
iegenden künstlichen Wasserfälle bei den Ruinen des
unstigen Kurtrierischen Jagdschlosses Sommerau nahmen
»em Salm den Aufstieg ins Quellgebiet der Ruwer
Wie aber die Industrieverseuchung der Saar, Prims und
Blies im Verein mit absperrenden Wehrbauten dem Auf—
stieg des Salm in diese Flüsse ein Ende bereiteten, be—
peist das Geschick der staatlichen Lachsfangstelle zu Dil—
ingen, die im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts
uind in den ersten Jahren nach 1900 noch betrieben wurde.
Die Fangstelle lag in der Prims oberhalb der Dillinger
Zütte. Zur Beaufsichtigung ihres Betriebs wurden all—
sährlich für die Fangzeit Oktober bis Januar einige Jäger
und Oberjäger vom 8. Rheinischen Jägerbataillon kom—
mandiert, die auch mit dem Ablaichen der Fische vertraut
waren. Der gewonnene Laich wurde der privaten Fisch—
brutanstalt in Saarburg, danach der staatlichen Brut—
anstalt Aveler Tal bei Trier zugeführt. Nach der Laich—
statistik der Jahre 1897-1901 kamen an dieser Fangstelle
jährlich im Durchschnitt etwa 150 weibliche Salme zur
Erbeutung, denen nach dem gegebenen Geschlechtsverhäll⸗—
nis zirka 60—575 Milchner zuzurechnen wären. Wie der
hochbetagte Mühlenbesitzer Schertz zu Primsweiler Mühle
bei Primsweiler uns mitteilte, koönnten von ihm bis um
1910 noch an der Fangstelle seines Mühlenwehres in jedem
Winter Lachse in wechselnder Zahl erbeutet werden, in
einzelnen Fangjahren bis zu 60 und 70 Stück, die sämt—
lich mit dem Hebgarn gefangen wurden. Das Durch—
chnittsgewicht der Tiere betrug 122515 Pfund, verein—
zelte waren bis zu 26 Pfund schwer. Für das Pfund Salm
wurden in jener Zeit auf dem Markt zu Saarlouis 60
bis 80 Pfennig erzielt, Der Aufstieg des Lachs in die
Prims oberhalb Dillingen aber hörte jäh auf, als 1911
bon der Dillinger Hütte ein Umbau des Wehres erfolgte.
der dem Lachs jede Möglichkeit zum Ueberspringen des
Hindernisses nahm und damit den Weiterzug hier sperrte,
damit verlor sich der Zug des Lachs nach der Prims
zänzlich Neben dem allgemeinen Rückgang der Lachs—
destaͤnde von 1885 ab war es offensichtlich auch die immer
stärker werdende Verseuchung der mittleren Saar und
hrer Zuwässer durch die Hütten- und Fabrikableitungen
die den gegen Einflüsse dieser Art selten empfindlichen
Lachs mehr und mehr von unsern Heimatflüssen fernhielt
und Saar, Prims und Blies zuletzt eine ihnen seit, Urzeit
zugehörende charakteristische Fischgestalt raubte. Dillingen.
Zölklingen, Burbach, Saarbrüchen. Brebach und Neuim
kirchen sind in ihren Abwässerzonen die Faktoren, die
hierbei hervorragend wirksam iwaren Und wenn die
Kultur- und Industrieverhältnisse der letzten 30— 40
Jahre auch noch das weitere Erscheinen des Lachs an
feinen Laichgründen in Saar und PFrims zugelassen
Jätten, so wäre ihm in jüngster Zeit zweifellos die
Sperre des neuen Kraftwerkes bei Mettlach zum unüber—
windlichen und schrofs abweisenden Hindernis geworden
Und so bleibt der Heimatforschung unserer Tage von dem
zinstigen Salmenfang des Gebietes nur die schon zur Ge⸗
schichse und — sagenumwobenen Mär gewordene Er—
nhetung; dem Chronisten auch die keinesfalls froh be—
vegende Feststellungsaufgabe, daß der Salm
unfererengsten Gebsetswässer Saar, Blies
ind Prims seit dem ersten, Jahrzehnt
inferes Jahrhunderts den geschichtlichen
Ratfurdenkmäfern unsferer Heimat 4uzu—
zählen ist
Salmfangbetrieb der Gegenwart.
Kulturgeschichtliche und wirtschaftliche, und nicht zuletzt
ethische Gegenwarts- und Heimatwerte aber muß uns der
Von den linksseitigen Salmwässern der Eifel hat die
Alf ihren staatlichen Lachsffang unfern des gleich—
iamigen Moselflechkens, da wo der Uesbach ihr zuströmt
Im Unterlauf der Lieser finden sich von der Mün—
»ung bis nach Wittlich hinauf vier Hauptfangstellen, von
enen die bei Phatften genannt sei. — Der Salm-»ach
trägt schon in seinem Namen die alte geschichtliche
geurkundung als Wasser des stolzen Salmo salar. An
einen Usern sind die hauptsächlichsten Fänge nahe der
Nündungsstelle bei Clüsserath und einige Wege—
tunden aufwärts bei Sehlem in Betrieb. Im Fang—
ointer 1928 -29 hatte Clüsserath die besten Fangergeb—
lisse der sämtlichen staatlichen Fangstellen im Bezirk. —
dem Lachsaufstieg in der Kyll sind Versandung ihres
vdündungswinkels in dem Flutgelände der breit sich
ehnenden Moselaue, Industrieabwässer und besonders
iuch das Stauwehr des Kraftwerkes Ehrang verhängnis—
»oll geworden. Die ehedem berühmte Fangstelle unter
Ufergebüsch nahe der Ehranger Mühle hat heute
uur noch einen Bruchteil der Beutefische von einst. In
»em Stau des Kraftwerkes ist eine „Lachstreppe“ einge—
»aut. Doch, wie allgemein, erweist sich diese wohlgemeinte
Anlage als ein sehr starkes Hindernis für den Lachsauf—
tieg. Und vergeblich warten die Fangstellen oberhalb auf
ene Lachszüge, wie sie früher sich einstellten und zu
eichen Fängen führten