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Südwestdeutsche Heimatblätter.
nit Mag-Sippengenosse zusammenzustellen. Ebenfalls an
inen Namen der Wetterau erinnert Altstadt bei Bex—
ach an der Blies. Immer bedeutet dies „stadt“ eine
Zerichtsstätte oder Malstätte. Wie die Namen auf „bach“
ragen die Namen auf „stadt“ also jeder für sich zu einer
Viederherstellung des alten Kulturbildes unseres Saar—
andes das ihrige bei.
Wir wiesen im Anfang auf die eigenartige Verteilung
‚er Namen auf „bach“ hin, daß sie nämlich unterhalb
gzölklingen an der Saar plötzlich abbrechen. Bei der tief
n das Verfassungsleben einschneidenden Bedeutung der
samen auf „bach“ ergibt sich unwiderleglich, daß hier
ine Stammesgrenze vorhanden ist. Oestlich der Saar
deutet die Uebereinstimmung der Namen mit vielen Na—
nen des Nassauer Landes darauf, daß die Einwande—
ung von dort aus erfolgte. Die Saarbrücker sind also
igentlich Nassauer oder Lahn-Franken. Manchem Saar—
rücker, der in die Lahngegenden gekommen ist, fiel
hon die große Aehnlichkeit der Mundart auf, sie bestätigt
»as Ergebnis der Namensforschung Die Namen auf
‚stadt“ sind an der Lahn ursprünglich nicht heimisch.
Zie kommen aber in größerer Zahl in der Wetterau vor
ind sind nach dort von einem Volksstanim gebracht wor—
en, dessen Hauptteil östlich des Harzes sitzen geblieben
t. Es ist das der Kernstamm des alten Thüringer
eiches, das um die Zeit der deutschen Besiedlung der
zaargegend sehr mächtig war. Es ist daher aus den
amen auf „stadt“ zu schließen, daß auch von diesem
z tamm einzelne Teile bei uns eingewandert sind. Wel—
hen Stammes die Pfälzer ursprünglich sind, die sich süd—
ich von Saarbrücken nach Ausweis der Ortsnamen über
ie Saar vorgeschoben haben, bedarf noch einer genaueren
eststellung. Ich wage noch keine Vermutung. Am
chersten und schnellsten wird es durch den Augenschein
estzustellen sein, wie es bei den obengenannten Thürin—
jern in der Wetterau mit leichter Mühe möglich gewesen
st. Nichts ist beständiger als die Gestalt des Menschen
elbst, sei es die äußere, sei es die geistige. Wer also
blich dafür hat und Zeit zum Wandern und Reisen, der
nöge sich an diese höchst interessante Aufgabe heran—
nachen.
Ich hoffe mit dieser Uebersicht gezeigt zu haben, wieviel
ioch aus den alten Ortsnamen abzulesen ist, wenn man
ie in ihrer wahren Bedeutung würdigt Die genauere
zrtliche Forschung wird die hier zur angedeuteten Umrisse
ioch vervollständigen und mit lebhafteren Farben aus—
nalen können Eine dankbare Aufgabe für viele.

Nr.

zung von Radensbach. Aehnlich Rohrb,ach, das bei
ins mindestens dreimal vorbommt. Ursprünglich lautete
der Name Roter Back oder Rodenback. Das Wort „raten“
»der „roten“ ist hier mit der Begeichnung rot vermischt
vorden, weil rot die Farbe des Gerichts war. Bekannt—
lich fanden im Mittelalter die Fehmgerichte, wie man
sagte, auf roter Erde statt. Aus Roter-Back ist wieder
»urch Zusammenziehung Rohrbach geworden. Kerbach
südlich Spichern enthält das Wort Küren, das eigentlich
arteilen bedeutet. Alte Namensformen für diesen Ort,
zie urkundlich überliefert werden, sind Kurberen und
Kyrberch. Man hat also hier auch den urkundlichen Be—
peis, daß das „bach“ in Orisnamen einen „Berg“ und nicht
einen Wasserlauf bezeichnet.
Salbach ist einfach Gerichtshügel, da Sal in fränki—
schen Rechts-Weistümern immer auf Gerichtsstätten geht.
Dder Salhof ist der Gerichtshof, die Salmänner sind
Schöffen oder Rechtskundige. Von Ragin-Rat ist
Reimsbach abzuleiten. Es ist das dieselbe Umbildung
vie in den Eigennamen Reginhardt. der zu Reinhardt
geworden ist.
Der Raum verbietet mir, auf alle Ortsnamen auf „bach“
einzugehen. Ich will nur noch auf die Namen Labach
und Lebach hinweisen. Labach entspricht den im übri—
gen Deutschland so sehr häufigen Namen Laubach und
Lobach, bei denen die Herleitung von Loh-Wald, im be—
sonderen heiliger Hain, gegeben ist. Lebach ist danach
zuch nur aͤls eine Umbildung von Lohbach oder Laubach
inzusehen.
Nachdem wir so die Namen auf „bach“ zum Sprechen
jebracht haben, wollen wir auch die auf „stadt“ nicht
Hergessen. Sie sind gleichaltrig mit denen auf, „bach“ und
edeuten, wie wir schon bei dem Namen Malstatt sahen,
das gleiche. Sehr willkommen für unsere Beweisführung
st der Doppelname Piesbach-Bettstadt, den, wir
zei Dillingen finden. Bei Osnabrück liegt der Piesberg.
ein alter heiliger Berg. Urkundlich wird er Pedesberg
senannt. Pede“, was dasselbe ist wie „Bede“, bedeutet
Zpfer an die Allgemeinheit. Heute würden wir Steuer
der Umlage fagen. Unser Piesbach ist also auch ein
Bedebach und daher dasselbe wie Bedesstadt oder Bett—
tadt. Haustad! bei Beckingen ist dasselbe Wort wie
Zochstadt oder abgekürzt Höchst. das in der Wetterau und
im Main öfters vorkommt. Maxstadt bei St. Avold
hberdankt sicher seinen Namen nicht einem Mann mit
Namen Max, sondern ist wie Mockstadt in der Wetterau

Abriß der Ortsgeschichte von Schiffweiler.

Fortsetzung.)
Gegen Anfang des 17 Jahrhunderts hatte sich auch der
Kohlenbergbau entwickelt und saarländische Kohle wurde
is weit in die Pfalz hinein verkauft Wegen der Be—
adung der Pfälzer Wagen entsteht 1619 Streit zwischen
den Wellesweiler, Wiebelskircher und Schiffweiler Kohlen—
Jräbern. Die Kohlengräber der letztgenannten beiden
Orte bitten den Grafen um Erlaß einer Zunftordnung
Es läßt sich nicht feststellen, ob eine solche erlassen wurde
Im Jahre 1618 beginnt der 86jährige Krieg, welcher
nfolgedes Bündnisses des Grafen mit Frankreich und
Schweden und gegen den Kaiser der Saargegend zum
derhangnis wurde. Nach dem Siege der kaiserlichen
Truppen 1634 bei Nördlingen überschritten dieselben den
Rhein und ihre Reiter erschienen 1630 vor Paris Die
Zrafen wurden ihres Gebietes verlustig erklärt, welches
zon kaiserlichen Truppen besetzt wurde. Im Verlaufe von
riegshandlungen wurde 1685 der größte Teil der Ort—
chaften der Grafschaft Ottweiler eingeäschert, darunter
auch unser Dorf. Im Jahre 1628 wurden in demselben
roch gezählt; 1 Pfarrer, 19 Untertanen, 2, Hirten und
Witwe Wie gründlich das Dorf vernichtet war ist
zaraus zu ersehen, daß in der Zeit von 1648 bis 1655
aur eine Kindtaufe und drei Beerdigungen, verzeichnet
ind. Laut einem Bericht von 1638 befanden sich vor dem
Kriege in der Gemeinde ein Gut Eisenbergwerk und
rtliche Steinkohlengruben

Der Landesherr bemühte sich um die Wiederbevölkerung
eines Landes und im Juni 1664 übertrug er je eine ver—
allene Vogtei mit Gärkten, Wiesen und Aeckern an Niko—
aus Troncour, Jean Sarce Pierco, Gofroe Bouko und
zean Perri. Dieselben sollten fünf Jahre lang frei sein,
venn sie bauten. Alle Abgaben bis auf den Frucht- und!
zleinen Zehnten waren ihnen erlassen. Im Jahre 1668
varen acht welsche Untertanen im Ort, nämlich: Franz
ind Nikolaus Troncour, Bouko, Chappol, Hosin, Gillenet,
horme und Pagnol. Alle hatten gebaut dis auf Hosin,
velcher erst ein Jahr ansässig war Aus der Urkunde im
Ztaatsarchiv zu Koblenz geht unzweideutig hervor, daß
Pagnol (Spaniol) erst seit 1664 im Dorfe wohnte und
richt, wie vielfach angenommen wird, seit 1650.
In der Reunionszeit 1680-1697 versuchte Frankreich
die Grafschaft an sich zu bringen und hielt dieselbe be—
etzt. Unter dem Schutze der Franzosen wanderten nur
natholische Untertanen in Schiffweiler ein. Das Dorf war
sanz katholisch. In dem Renovatur-Protokoll von 1716
ind folgende Untertanen aufgeführt: Schultz, Schumacher,
holtzer, Spagnol, Mayländer, Montz, Gerber, Genewein,
zchmidt, Pack ‚Schöneberger, Brill, Metz, Marx, Trehm,
Vinkel, Frisch, Schirl, Buschert, Lampert, Weyrich, Georg
ind Knorr.
Der Schätzungsfonds der Gemeinde betrug 634 G. 25
alb. und 38 Pfennig.
Von ungefähr 1700 bis 1750 gehörte Schiffweiler zur
staierei Welschbach, später Mainzweiler und Stennweiler
            
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