Südwestdeutsche Heimatblätter.
zunftrecht zu fischen, vermitz einem großen dienst (Netz)
ind ein salmdienst.“ Nach zahlreichen Weistümern
ener Zeit gehörte der Salm zu jenen „Bann- oder Prä—
entfischen“, die nach dem Fang dem Landes- und Grund—
erren geschenkt oder doch vor der vollen Aneignung zum
twaigen Ankauf vorgelegt werden mußten. Das Trierer
Fischerei-Weistum von 1340 bezeichnet silren (Stör),
zarpfen, hecht, salmen und lamprieden als solche Präsentische.
Das Mettlacher Weisstum vom Jahre 1485 sagt.
ob einicher salm oder hecht gefangen wurt binnen den
echen besser den achtzehn pfennik, die fische heischen
anfische; die sol ein iglicher fenger pflichtig sein zu lie—
ern uf eins abts disch.“ Aehnlich ordnen das Weistum
ßollendorf (an der Sauer) vom Jahre 1653 und das von
Irrel (an der Prüm) an, daß, wenn ein Hofmann „fing
in hecht, ein salm oder ein presentfisch“, diese nach der
Zzurg zu Bollendorf zu bringen oder dem Herrn von
ẽchternach zu präsentieren seien Und erst, wenn man dort
es Kaufs nicht beliebte, durfte er die Beute als eigen
»ehalten oder anderweitig zum Verkauf bringen. Mit
diesen Urkunden ist der mittelalterliche Salmfang in
Dhron, Ruwer, Saar und Nahe sowie in der Sauer und
hren Zuflüssen ausdrücklich bezeugt,
iFortseßung folgt.
Mr. 4
veiteren Lande, Festlegungen der Gerechtsame geistlicher
ind weltlicher Herrschaften des Gebietes in Weistümern
und Darstellungen des Weidwerks oder Jagdordnungen
»esonders der Trierer Erzbischöfe und Kurfürsten und der
derzöge von Lothringen erwähnen oft den Salmenfang
des Mosel-Saargebietes und stets ausdrücklich als Regal
des Landesherrn. Nach allen diesen Urkunden des frühen
und späten Mittelalters und seiner Nachzeit war der
Salm der geschätzteste und beliebteste Fisch. Allenthalben
vo nur in den Wässern Salmenfänge aussichtsreich er—
chienen wurden solche angelegt. Die Berechtigung hierzu
var mancherorts vielumstritten; in späterer Zeit be—
durfte es dazu der ausdrücklichen Erlaubnis des Landes—
jerrn. Als älteste und besterwähnte Lachsfangstellen des
Moselgebietes müssen die im Dhronbach gelten. Das
Urbar des Klosters Prüm aus der Zeit um 800 erwähnt
einen „Salmo“ aus Simmern unter Dhaun (zwischen
Rahe und Simmerbach), dessen Preis es mit 5 s. Colon—
niensis — 82,8 Groschen verzeichnet. In dem Trierer
Fischereiweistum vom Jahre 1340 heißt es: „Die reusener
eint einem hern (von Trier) zwo fert schuldig, eine fröen
zu fischen, und vor die dritt machen fie dem hern salmen—
eusen zu Rufer (Ruwer).“ Und das Mettlacher Weistum
»om Jahre 1485 weiset dem Abt von Mettlach das Recht,
einem armen man zZu verliegen einen wiednachen, nach
Historisches aus dem Kirkeler Wald.
Im Distrikt Klofsterwald der Oberförsterei Neuhäusel,
uinweit der Burgruine Wörschweiler fand man bei Aus—
ührung von Forstkulturen eine Anzahl gut erhaltener
Tonscheiben. Die weitere Ausgrabung führte zur Frei—
egung eines römischen Tempelbezirks. Man fand zu—
nächst die noch sehr gut erhaltenen Grundmauern aus
Sandstein, sowie einige bauliche Anlagen, von denen
zwei unzweifelhaft Tempel waren. Jedes dieser Ge—
däude hat eine Länge von 5,8 Meter und eine Breite
»on 4,9 Meter, haben also eine rechtechige Form mit
einem Umfang auf allen vier Seiten. Zwischen den
deiden Tempeln grenzen die Umgänge aneinander. Die
heiden Gebäude bilden einen Doppeltempel mit ge—
neinschaftlichem Umgange. Aller Wahrscheinlichkeit nach
einem einheitlichen Plane erbaut. Das Fundament be—
steht aus grob zugehauenen Sandsteinquadern. Die ein—
zelnen Mauerschichten über dem Fundamentmauerwerk
gehen nicht horizontal, sondern sind dem damaligen Ge—
ändegefälle entsprechend abgesetzt, um an Material zu
paren, wie es heute noch geschieht. (Sogen. absatzweises
Mauerwerk.) Das Gelände hatte ein Gefälle von Ost
nach West um zirka 6 Prozent. Die Quader sind nach
hinten keilförmig und die Zwischenräume zwischen den
inneren und äußeren Schichten sorgfältig mit Steinen
ausgelegt. In den Ecken befinden sich sehr kräftige
Binder. Auffallend ist, daß das Mauerwerk errichtet
vurde ohne jeglichen Mörtel, das Bindemittel ist viel—
nehr reiner Sand. Auch bei den übrigen baulichen
Anlagen wurde die Wahrnehmung gemacht. An einem
Tempel fand man eine bis zu 40 Zentimeter starke
Brandschicht, die den gangen Fußboden und den größten
Teil des Umganges bedeckte, und sich noch über den—
elben hinaus erstreckte. Die Stützen, die das Dach des
Amgangs trugen, standen auf Vostamentsteinen von
zirka 60260 Zentimeter Grundfläche und 50 Zentimeter
Zöhe. Brüstungsmauern zwischen diesen Postament—
steinen oder den Stützen waren nicht vorhanden. So—
weit die Brandschicht über diese Postamentschicht hinaus—
reicht, stehen diese mit Ausnahme eines einzigen auf
der Brandschicht, während die Fundamentmauer durch
die Brandschicht hindurchreicht. Die Fundamentsteine
zönnen also erst versetzt worden sein, als die Brand—
chicht bereits vorhanden war. Es ist möglich, daß die
Brandschicht von einem älteren Bau mit teilweiser
Sßolzkonstruktion herxrührt. Beim Neubau sind die
Fundamente wohl beibehalten worden, da die Brand—
schicht, außen wie innen an die Fundamente hart heran—
ceicht. Bei einem andern Tempel ist dagegen unter
dem Humus bis zu der Fundamentsfohle nur reiner
Sandboden festgestellt worden. Von dem innern Aus—
hau der Tempel hat sich nichts vorgefunden. Bei einem
»er Tempel konnte der Eingang an einem Mauerabsatz
estgestellt werden. Aus diesem Mauerabsatz ergibt sich,
daß das Portal 1,66 Meter breit war. Bei einem
inderen Tempel wurden an einer analogen Stelle
Steine gefunden, die wohl den Portalbogen gebildet
zaben. Die Eingänge befanden sich nach Osten bzw.
Nordosten. Den Eingängen gegenüber fanden sich bei
»eiden Tempeln die Sockel der Kulturbilder vor.
Ferner wurde ein Steinpodium aus acht starken
Zuadern von 1,8 Meter Länge und Breite freigelegt mit
ꝛiner Höhe von 65 Zentimeter. In der Mitte des
Podiums sind kreuzförmige Quader vorhanden. Das
ßodium ist mit den beiden Tempeln veibunden. Es
»jente wohl als Unterlage für eine auf derfelben er
ichteten Jupitersäule.
Am nördlichen Ende des Tempelbezirkes fand man
„2 Moeter unter der Oberfläche die Umfassungsmauer
»ines kreisrunden Bauwerkes von 1328 Metet lichter
Weite. Die Mauer ist 1,88 Meter hoch und steht auf
»einem Sandsteinfels. Die Steinschichten sind sehr un—
egelmäßig und sind roh bearbeitet ohne Verwendung
;on Mörtel. Es handelt sich hier um einen Brunnen
»der eine Zisterne. Von Wasser war nichts mehr wahr—
»unehmen. Allein zu den Kulthandlungen war Wasser
mmer erforderlich, was sehr für einen Brunnen spricht,
uudem die nächste Quelle heute zirka 500 Meter vom
dempelbezirk entfernt liegt.
Sämtliche bauliche Anlagen des Bezirkes waren durch
»ine Umfafsungsmauer abgeschlossen.“ Große Teile der
elben wurden bei der Ausgräbung aufgedeckt.
Was nun die Eingzelfunde anbelangt, so wurden 206
Müngen gefunden, von denen sehr viele noch sehr gut
»rhalten waren. Es konnten viele bestimmt werden.
Man fand folgende Aufschriften: Antoninus Pius.
Faustina sen. und jun, Markus Aurelius, Commodus,
Sept. Severus, Julia Domna, Severus Alexander,
VPaximinus, Tacitus, Constantinus Crispus und andere
nehr. Es sind dies Münzen aus dem 2. bis zum 4.
zahrhundert. Auf dem ganzen Tempelbezirk wurden
olche Münzen gefunden. An monchen Stellen war die
zahl der Münzfunde besonders groß.
Von den zahlreichen Skulptur- und Architekturfrag-—
nenten seien erwähnt: Der Torso des Gottes Merkur,
gefunden außen an der nördlichen Mauer des einen
Tempels in einer Tiefe von 0,50 Meter, der Kopf einer
ßöttin in 0,80 Meter Tiefe, ein Sockel mit den Füßen
»on drei Figuren in 0,40 Meter Tiefe u. a. Eine recht
zeutliche Inschrift aquf einer Platte des Gesims lautet:
DEO Moerkurio Solinus Saturnini EX Voto
A. Klein. Förster in Neuhäusel